Ein Zeitungsartikel über Elterngeld, ein fassungsloser Dad und seine ausführliche Antwort darauf

Am 15. März erschien in der Süddeutschen Zeitung ein Meinungsartikel zum Thema Elternzeit und Elterngeld mit der Überschrift: Elterngeld ist kein staatlich gesponsertes Urlaubsgeld. Ihre These fasst die Autorin Kerstin Lottritz in der Einleitung zusammen:

“Viele junge Familien nutzen das Geld, um wochenlang zu reisen. Aber Urlaub auf Staatskosten ist unverschämt – und eine vertane Chance obendrein.”

Drei steile Behauptungen in zwei kurzen Sätzen und ein Dad-Blogger, der beim Lesen an dieser Stelle schon erhöhten Puls hatte. Also habe ich weitergelesen, denn auch wenn eine Überschrift erstmal nach hanebüchenem Blödsinn klingt, kann ja der Artikel immernoch gut sein. Eventuell kommen Argumente, an die man selbst nicht dachte, so dass die vermeintlich doofe These plötzlich überraschend logisch wirkt. Leider kam es nicht so. Je länger ich gelesen habe, desto fassungsloser wurde ich darüber, wie eine intelligente Frau, die selbst verheiratete Mutter ist – also genau weiß, wovon sie spricht – dermaßen falsche Behauptungen aufstellen kann.

Falls das jetzt etwas sehr drastisch klingt, sorry dafür. Ich meine es nicht böse, aber ich lass’ das jetz so. Denn ich meine es so. Ich will gar nicht so tun, als hätte ich die Wahrheit für mich gepachtet. Auch auch meine Sichtweise ist infrage zu stellen. Aber ich habe beschlossen, eine kurze Antwort zu verfassen.

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9 Monate Dad – so langsam wird ein Kind draus!

Ich muss ja zugeben, manche Artikel meines Blogs lese ich selbst recht gerne hin und wieder durch. Weniger aus Selbstgefälligkeit als vielmehr wegen des Tagebucheffekts. Das Blog mag nicht so intim und persönlich sein wie ein Tagebuch (in diese Abgründe wollt ihr eh nicht blicken, glaubt mir), aber es ist ein bisschen wie die Textversion des Fotoalbums, das Mum seit Mini’s Geburt befüllt hat – und das jetzt voll ist. (Ja, wir sprechen hier von einem real-life Fotoalbum mit Papierbildern und Klebstoff und so.) Es ändert sich permanent so vieles in Mini’s Verhalten und Entwicklung, dass ich gar nicht mehr genau sagen könnte, wie lange sie dieses oder jenes jetzt schon tut oder was für eine Phase zum Beispiel im Dezember gerade war.

Vorwärts immer, rückwärts nimmer

Kabel

Oben: Nicht schön, aber fest. Unten: Das war mal sauber verlegt.

Zum Beispiel wusste ich gar nicht mehr, dass wir Anfang Januar schon dachten, sie lernt jetzt jeden Augenblick das selbstständige Sitzen. Sie tut es zwar immer noch nicht, wenn auch manchmal schon fast. Das bedeutet aber nicht, dass Prinzessin Randalia die Ungestüme keine motorischen Fortschritte gemacht hätte. Im Gegenteil. Diesen Spitznamen habe ich nämlich nicht erwürfelt, den verdient sie. Sie bewegt sich fort, hat Kraft entwickelt und noch mehr Willenskraft. Was Mini anpeilt sollte nicht erst bei drei auf dem Baum sein, denn zuerst hat sie sich wochenlang in einer lustigen wippenden Seehund-Bewegung mit unbändiger Energie durch die Wohnung gerobbt und seit ein paar Tagen hat das große Krabbeln begonnen. Auch an Möbeln hochziehen klappt schon erschreckend gut. Die Folge: Was auch immer in ihre Finger gelangt, ist in ernsthaften Schwierigkeiten – und da gelangt eine Menge rein. Was aus Papier ist, wird gefressen, was zerbrechlich ist, ist geliefert und was sich werfen oder vom Tisch zerren lässt, wird bald tief fallen. Was ein Gesicht ist, wird geknetet und gekratzt. Kabel können noch so sauber verstaut oder verlegt sein – sie kriegt sie und zieht und besabbert sie, bis die scheiß Dinger kapiert haben, wer hier der Boss ist.

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Equipment-Check #2: das Beistellbettchen, das ein Stubenwagen ist

BabybettchenIst es nun ein Beistelbettchen oder ein Stubenwagen? Da sind sich die Anbieter wohl untereinander nicht ganz einig. Es gibt die reinen Stubenwagen, die nur als Tagesbettchen gedacht sind und dann gibt es die reinen Beistellbettchen, die eine permanent offenen Seite haben, um am Elternbett angedockt zu bleiben. Die Hybriden, die nachts Beistellbettchen und tagsüber Stubenwagen sind, so wie unser Fabimax Pro oder der Hauptkonkurrent Babybay, werden mal so mal so angeboten. Von anderen Eltern werdet ihr auch oft nur “Babybay” hören, denn dieser Markenname hat es zur Bezeichnung für die Produktkategorie gebracht, so wie Tempo bei den Taschentüchern. (Oder wie Maxicosi bei den Autoschalen und Manduca bei den Tragegeschirren.)
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Das Gegenteil von planmäßig II (Anekdote aus dem Vaterleben)

Wie es sich für eine guten Teil II gehört, ist die Story kein Resteessen aus Teil I mit extremeren Effekten, sondern eine echte Fortführung des Geschehens. Ehrlich gesagt wäre es mir deutlich lieber, wenn dies hier ein Resteessen wäre. Denn auf die neue Wendung nach diesem ersten Teil der Anekdote hätte ich gut verzichten können. Ich hatte mich ja nun schon ein bisschen auf die Babywelt Messe gefreut, weil ich mir dachte, ich nutze den Besuch ein bisschen fürs Blog-Promoten, werde schön Instagramen und Twittern von dort, vielleicht ergeben sich interessante Kooperationen für Produktvorstellungen, Linktausch, Likes, Gegen-Likes, Erwähnungen und so weiter. Überhaupt wäre es garantiert ein netter Tag geworden, denn alleine Mini ist ja immer ganz aus dem Häuschen, wenn es viel zu gucken gibt und alles ganz aufregend ist.
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Das Gegenteil von planmäßig (Anekdote aus dem Vaterleben)

Es ist Samstag. Mum, Mini und ich machen einen Familiennachmittag in der Stadt. Eigentlich war für heute ein lange geplantes Familiendate inkl. kleinem Babyshooting angesetzt gewesen. Das wurde jedoch am Vortag abgesagt. Noch viel eigentlicher hätte ich heute die “Hanse-Spirit” besucht, eine Spirituosen-Messe für Endverbraucher. Wäre da nicht das Familiendate bereits im Kalender gewesen. Das ja nun abgesagt worden war und das Schuld daran trägt, dass ich die Messe komplett aus den Augen und aus dem Sinn verloren habe. Erst jetzt werde ich wieder daran erinnert, als unser Spaziergang von der Innenstadt in Richtung Sternschanze an den Messehallen vorbeiführt. Da packt mich jetzt schon ein bisschen Sehnsucht und Wehmut, wie wir so mit dem Kinderwagen an den ganzen schlangestehenden Männern (ja, doch wohl sehr genderspezifisch, die Sache) vorbeicruisen. Das wäre sicher ein großer Verkostungs- und Fachsimpel-Spaß geworden. Naja, ist halt jetzt so.

Es ist Sonntag und es kommen andere Freunde zu uns zu Besuch. (Der Grund, weshalb die Hanse Spirit auch heute nicht drin gewesen wäre.) Die erwarten in wenigen Wochen ihr erstes Kind. Wir haben einen sehr schönen Nachmittag bei Speis und Trank und Klönschnack und sie nehmen uns einen ganzen Kofferraum voll Miniklamöttchen und Erstausstattung ab. Und dann komme ich plötzlich wie durch ein Wunder doch noch zu einem Messebesuch. Allerdings auf eine ganz andere. Die heißt “Babywelt – die Messe rund um ihr Kind” und findet kommendes Wochenende statt. Ich habe auch keine Chance, mich davor zu drücken, weil sie uns ein for-free-Ticket überlassen haben, das sie selbst nicht mehr nutzen können. Aber die Hoffnung stirbt zuletzt: Vielleicht baut man dort ja für die Väter in irgendeiner Ecke die Reste der Hanse-Spirit auf…

Equipment-Check #1: die Babywippe

BabywippeEine Babywippe hatten wir zuerst gar nicht auf dem Zettel. Wir wussten überhaupt nichts von der Existenz dieses Produkts. Ob uns die Anschaffung dann von Freunden empfohlen wurde oder ob Mum selber darauf gestoßen ist, kann ich nicht mehr sagen. Auf jeden Fall war Mini bereits ein paar Wochen auf der Welt, als wir uns nachträglich entschlossen haben, eine zu kaufen. Der Grund: Wir vermissten etwas, um Mini einfach flexibel in der Wohnung dorthin mitzunehmen, wo wir uns gerade aufhielten. Der Stubenwagen war dafür zu sperrig und darin liegend konnte sie auch nicht richtig beobachten, war nicht wirklich “dabei”. Ein Tragetuch wiederum schränkt einen sehr in der Bewegungsfreiheit ein und wirklich sehen kann Mini darin auch nichts. Deshalb: Eine handliche, bequeme Babywippe musste her. Wir dachten, wir probieren es mal aus und falls sie nix taugt verkaufen wir sie eben wieder. Der Deal über ebay Kleinanzeigen klappte sehr spontan und wir waren schon bei den Verkäufern vor Ort von der Wertigkeit des Teils angetan. Zuhause hat sich die Babywippe dann von Minute eins an bewährt.

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Erstausstattung fürs Baby: Tipps und Erfahrungsberichte

Die Liste für die Erstausstattung fürs Baby, die man sich vor der Geburt anlegt, ist lang. Auch gnadenlos, denn sie wird nicht kürzer. Hat man den Kinderwagen, den Stubenwagen, die Babyschale fürs Auto (kurz: Maxicosi), Tragegurt/-tuch, einen Stapel Strampler, eine Tonne Windeln in Größe “bis 4 Kilo” plus entsprechendes Wickeltischzubehör, den Wickeltisch selbst, das Babyphon, die Babybadewanne und diverse weitere Essentials auf Halde, kommt die Überraschung: Die Liste hat sich für jede gestrichene Position um zwei neue Positionen verlängert. Eine Shopping-Hydra könnte man sagen.

Einer der Grund dafür: Es gibt immer noch etwas, was man nicht besitzt. Man kann ja schlecht alles besitzen. Aber das scheint der erklärte Zielzustand zu sein. Von so Vielem hört man, das sei “total praktisch” oder “empfehlenswert” oder “sicherer”… hier kommt der zweite Punkt für die Gnadenlosigkeit der Erstaustattungsliste ins Spiel: Wir Eltern selbst. WIr sind so unglaublich leicht zu verängstigen und zu verführen. “Ach ist das niedlich, das nehm ich mit.” Ich will jetzt keine Geschlechterklischees eröffnen – außer, dass ich es ein kleines Bisschen doch will – wenn ich sage: Vor allem die werdenden oder die soeben gewordenen Mütter sind ganz schlecht in der Disziplin “widerstehen”. Das macht aber nichts. Die dürfen das. Denn erstens werden wir Männer Muttergefühle naturgemäß niemals gänzlich nachvollziehen können und zweitens haben die Mütter neun Monate lang Känguruh gespielt, worauf dann mindestens ein Jahr lang Milchbar spielen folgt. Deshalb, liebe Männerkollegen, nehmt euch diesen Rat zu Herzen: Was auch immer die (werdende) Mutter eures Babys für das Kleine kauft, es ist grundsätzlich “süß” oder “absolut sinnvoll”, oft beides, aber in jedem Fall “ein toller Kauf”. Das ist kein fehlendes Rückgrat eurerseits, sondern die hohe Kunst der Diplomatie.
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Rollin’, rollin’ – Lifehack am Kinderbettchen

Nachdem kürzlich der wahrscheinlich weltweit erste Bounce-Balken in unserer Wohnung installiert wurde, setzte ich vergangenen Samstag erneut die Heimwerkerkönig-Krone auf: Das Kinderbettchen brauchte mehr Power. Konkret heißt das, es brauchte dringend Räder an seinen Standfüßen, weil es in den beengten Verhältnissen des Kinderzimmers vor und zurückrollen können muss, damit man Mini bequem ablegen (oder überhaupt ablegen) kann und danach das Bettchen samt Baby in seine Ecke zurückschieben, damit sie nicht direkt unterm Fenster steht.

Was ist das für 1 Bett? Ein IKEA Kinderbett, Modell Kåineahnung, aus schönem, unlackierten Holz (ich würde raten, es ist Buche). Wir hatten es Freunden für nen Zehner oder so abgekauft. Die Räder haben den Wert also verdoppelt, meine Arbeitszeit hat ihn ins Unermessliche getrieben. Weiterlesen

Bounce Baby, bounce!

Am vergangenen Wochenende hat Heimwerker-Dad das erste DIY Projekt für seine Mini gestartet. Auslöser dafür war das großartige Weihnachtsgeschenk von Mini’s Onkel:

Jolly Jumper Sielchen

Der Jolly Jumper ist made in Canada – muss Schicksal sein.

Ein Fallschirmspring-Kit! Nein, das ist es natürlich nicht, aber fast genauso gut. Es handelt sich um ein Sielchen, das an einer Stahlfeder baumelt, die wiederum an einer Kette hängt, die an einer Zangenklammerdingsbumshalterung hängt, welche oben am Überstand des Türrahmens eingehängt wird. So kann das Baby in der Luft hängend fröhlich bouncen, während die Eltern Freizeit genießen, so lange bis Püppi des Bouncens überdrüssig ist. (Also nach ca. 15 Minuten.) Das Ganze steht und fällt jedoch mit dem Vorhandensein handelsüblicher Türrahmen. In unserem Fall fiel es also erstmal. Warum: weil unsere komischen Metalltürrahmen nur etwa 2 mm Überstand haben, also fast komplett in der Türöffnung versenkt sind. Die Sache brauchte also “mehr Power”, um meinen Lieblingsheimwerker zu zitieren.
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6 1/2 Monate Mini, Mum und Dad – der Halbjahresrückblick 2016

Ein Jahresrückblick – und dann auch noch ein ganz normaler, ohne Blödsinn und Augenzwinkern – ist so ein Klischee, dass er sich eigentlich selbst verbietet. Doch dass er erst Tage nach Anbruch des Folgejahres erscheint macht ihn wiederum zu etwas Besonderem. So trägt er eindeutig meine Handschrift. Es wird übrigens kein streng chronologischer Rückblick, sondern eher ein wirres Rückblenden und Verlinken. Beginnen werde ich mal in der Gegenwart.
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