Rückblick auf zwei Monate Elternzeit

Vater und Tochter am Meer

Karate-Küken übt den “Kranich-Style” und macht seinen Meister stolz.

Ich habe das ganz schön gefeiert, als die imaginäre Kirchturmuhr an meinem letzten Arbeitstag vor der Elternzeit 18 Uhr geschlagen hat. Die Aussicht auf volle zwei Monate Urlaub macht schon Laune. Ich nenne es hier absichtlich “Urlaub”, denn arbeitsfreie Zeit, die man mit der Familie verbringt, ist auf jeden Fall eine Art von Urlaub. Wenn auch nicht unbedingt die Art, wo man lange schläft und Müßiggang betreibt und sich körperlich grunderholt. Zudem waren wir zwei Wochen tatsächlich in Urlaub. Für den gilt allerdings auch das aus dem Satz davor. So eine Elternzeit kann harte Arbeit sein, egal wo man sich aufhält. Aber eben schöne harte Arbeit. Der Fairness halber sei noch erwähnt, dass ich nicht zwei Monate lang mit Mini auf mich allein gestellt war, denn für sechs Wochen haben sich unsere Elternzeiten überschnitten.

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Unsere erste Flugreise mit Baby: Mini goes Ireland

Mein letztes Reisethema hier im Blog war unsere Hochzeitsreise nach Kanada. Damals zwar schon mit Kinderwunsch, aber noch ohne Kind und mit nur meiner Verpeiltheit als Handicap im Gepäck. Mittlerweile haben wir unsere erste Reise mit Kind hinter uns und dabei vollkommen neue Herausforderungen gemeistert. Ich wurde nach unserem zehntägigen Stadt-und-Land-Trip nach Irland von einigen Leuten ganz pauschal fragt, wie das so war, das Reisen mit Baby – 11 Monate alt war sie zu dem Zeitpunkt übrigens. Eine legitime Frage, aber eine nicht ganz pauschal zu beantwortende. Ich will es mal so vergleichen: Es ist ein bisschen, wie plötzlich mit Schaufel und Rechen zu essen, nachdem man ein Leben lang an Messer und Gabel gewöhnt war. Wir haben zwar die Art von Urlaub gemacht, wie wir es schon immer mochten, und es war ein total schöner, der uns viel Spaß gemacht hat. Doch war er auch ungleich umständlicher, anstrengender und teurer als sonst. Immerhin hatte die Reisegruppe Hamburg plötzlich eine Mitreisende, die nicht laufen kann, aber trotzdem Bewegungsdrang hat, höchst regelmäßig gefüttert werden will (und zwar nicht mit Pub-Food), die ebenso regelmäßig ein Schläfchen braucht, ständig ins Windelchen macht und eine Menge zusätzliches Gepäck verursacht. Die Airline hat uns den Gefallen getan, uns gleich auf der Hinreise um einen Teil unseres schweren Zusatzgepäcks zu erleichtern. Vielleicht war es auch die Schuld des Hamburger Flughafens, dass von unserem Kinderwagen nur der Sitz in Dublin ankam. Das Chassis ist bis heute verschollen. Doch dieser Geschichte werde ich beizeiten einen eigenen Artikel widmen, wenn sie dann mal abgeschlossen ist. (Das Schadensersatzverfahren läuft noch.)

Hier und heute geht es um die Reise selbst. Es gibt bereits nach dieser ersten Reise im Familienverband eine Menge Erfahrungswerte und Tipps, die ich an frischgebackene, reisewütige Eltern weitergeben kann. Es geht aber nicht nur ums Kind (sorry, Kind), es geht auch um Irland, genauer gesagt Dublin und den Wicklow National Park. Und um Guinness. Aber der Reihe nach.

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Das Projekt Kita-Eingewöhnung (Lass das mal den Papa machen)

Eigentlich saß ich ja dort auf der Polstermatte, um Mini während den ersten Stunden Ihrer Eingewöhnung Sicherheit zu geben. Irgendwie schien es mir aber, als wäre ICH derjenige, der hier erstmal eingewöhnt werden muss. Während Mini sich nämlich, von neugierigen Kleinkindern umringt, pudelwohl zu fühlen schien, kam ich mir vor wie ein Museumsexponat. Ein bisschen auch wie ein Mensch unter Ewoks. Ich war nämlich nach dem neuen Baby plötzlich das Interessanteste im Gruppenraum der “Sonnenkinder”. Da standen sie im Halbkreis um mich herum, die tapsigen kleinen Wesen, guckten mich mit ihren Knopfaugen an, und sagten einfach nichts. Nachdem sich die kleine Gruppe wieder aufgelöst hatte, traf mich immer wieder aus unterschiedlichen Ecken des Raumes ein musternder Blick, ab und zu kam eines der Ewoks her zu mir, um mir irgendein Spielzeug zu zeigen oder um ein Buch mit mir anzugucken, oder einfach nur kurz mein T-Shirt vollzuschnoddern. Vom Exponat bin ich also innerhalb kürzester Zeit zum Hilfserzieher wider Willen befördert worden. Damit meine ich nicht, dass ich das widerwillig gemacht hätte, sondern eher … wie soll ich sagen … Es ist noch nicht allzu lange her, da war ich mir noch unsicher, ob ich überhaupt jemals so ein Kindertyp sein würde. Nun habe ich mich gerade mal an meine Vaterrolle und die neuentdeckten allerweichsten Seiten an mir gewöhnt – und schwupp bin auch schon im nächsthöheren Level.

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#AllesfürsKind (Anekdote aus dem Vaterleben)

Das Kind liegt trocken,
das Kind liegt warm;
die Eltern sind jetzt bitteram.

Tschuldigung, der musste raus. Ich habe noch keinen Blogartikel mit einem Gedicht begonnen und ich habe auch schon seit Äonen kein Semikolon mehr benutzt. Jetzt gehts mir besser.

Weniger wie Poesie, sondern mehr wie ein Biss mit spitzen Milchzähnchen kam unsere aktuelle Nebenkostenabrechnung daher. Es kam schon vor, dass man mal ein bisschen was nachzahlen musste, öfter aber kam es vor, dass man was erstattet bekam. Nun war das vergangene Jahr ja unser erstes mit Baby und klar haben wir mehr geheizt und wir haben auch definitiv mehr Wasser verbraucht als vorher. Wenn die Räume im Winter gerade warm genug waren, so dass Kindchen auf Fußbodenhöhe muckelig zumute ist, dann waren wir längst in T-Shirts. Wasch- und Spülmaschine laufen viel häufiger und wir duschen öfter, weil man mit Kind immer am Schwitzen ist. Andauernd am Schwitzen. Ein strenger Blick des Kindes reicht manchmal schon für nassen Rücken …

Dass die NK-Vorauszahlung nicht ganz reichen würde, dachten wir uns also schon. Doch dass wir über 400 EUR zusätzlich verbrannt haben sollen, um es Mini auf unseren bescheidenen 80 qm gemütlich zu machen, war dann doch mehr als ich glauben konnte. Ich dachte, da stecken komische Umlage-Posten mit drin, gegen die ich protestieren kann. Ich habe informationshalber mal unsere nette Vermieterin angerufen, doch was soll ich sagen: Es sind nur Heizung und Warmwasser/Abwasser. Und ein bisschen auch die Grundsteuer. Ihr findet das noch nicht beunruhigend? Einen hab ich noch: Das war ja nur die NK-Abrechnung für 2016. Und Mini kam erst im Juni zur Welt. Die Nebenkosten für 2017 werden ein GANZES von Mini’s Lebensjahren beinhalten. Habe ich erwähnt, dass der Stromabschlag auch längst angehoben wurde?

Ach komm, weil heute #FreakyFriday ist, schließe ich mit einem Bibelzitat: “Eher geht ein Kamel durch ein Nadelöhr, als dass ein Reicher in das Reich Gottes gelangt.” Danke, Mini. Du machst uns seelig.

#AllesfürsKind

Sie nennen es Schub, ich nenne es das Love-Hate-Update

Habe ich schonmal über Entwicklungsschübe geschrieben? Auf jeden Fall schon hier und da im Kontext, aber einen ganzen Artikel habe ich noch keinem von Mini’s Schüben gewidmet. Das hat den Grund, dass noch kein Schub bislang so spektakulär und so stark war, wie ihr derzeitiger. Ich möchte soweit gehen und sagen, wir haben seit zwei Wochen ein anderes Kind. Oder zumindest hat unser Kind ein ziemlich krasses Softwareupdate bekommen.

Da die Verhaltensänderung unmittelbar nach dem Krankenhausaufenthalt begann dachten wir zuerst, dass diese Woche im Krankenhaus mit all den verstörenden Erlebnissen sie mental aus der Bahn geworfen hätte. Und dass sie sich noch von der Krankheit selbst geschwächt und durch den Wind fühlt.

Zuckerbrot und Peitsche

Was nämlich plötzlich ihr Verhalten dominierte – und es immernoch tut – sind schnelle Stimmungsschwankungen und vor allem enorme Ausschläge des Stimmungsbarometers in beide Richtungen, wie wir sie noch überhaupt nicht kannten von ihr. Konkret ist das eine extreme Anhänglichkeit in unser beider Richtung. Sie will andauernd am liebsten auf dem Arm oder dem Schoß sein, sie hat plötzlich begonnen, sich richtig an uns zu kuscheln und aktiv Kuscheleinheiten und Geschmuse einzufordern. Sie klammert sich an unsere Hosenbeine, schmiegt sich an uns und reagiert ganz emfpindlich auf absetzen oder alleine gelassen werden. Wir interpretierten diese neuen Anwandlungen zuerst als Resultat aus der intensiven Zuwendung, die sie 24/7 im Krankenhaus von uns beiden bekommen hatte.

Zum anderen fängt sie wiederum wegen Nichtigkeiten – und manchmal auch ganz ohne erkennbaren Grund – an, loszuheulen. Mal herzzerreißend leidend und mal als ausgewachsenen Wut- und Trotzanfall. Das kann ausgelöst werden durch Nichtbeachten ihrer Majestät, durch das Verbieten von etwas oder wenn sie etwas weggenommen bekommt, durch hochnehmen, obwohl sie sitzen bleiben wollte, und so weiter. Es kommt auch vor, dass sie auf dem Boden hockt, brüllt und mit dem Kopf auf den Boden hämmert. Kein Witz. Da ist der hässlliche Teppich endlich mal von echtem Nutzen. Sonst dienst er nur als Saugschicht für Sabber, Pippi und Essen.

Der Fachmann sagt, das muss so

Wie gesagt, wir kannten Mini so überhaupt nicht. Weder die Kuschelseiten noch die Trotzigkeit in diesem Ausmaß. Wir haben uns tatsächlich ein bisschen Sorgen um ihre Psyche gemacht, bis wir dann auf die Idee gekommen sind, mal das “Hilfe, ich wachse” Buch aus dem Regal zu holen, das die Entwicklung des Babys im ersten Jahr, nach Lebenswochen gegliedert, beschreibt. Und sieheda. Was da als typisch für den Schub um die 53. Lebenswoche herum aufgezählt wurde, klang wie ein Tagebucheintrag über die letzte Woche in unserem Zuhause. Anscheinend beginnt das Kind in dieser Phase – zu Beginn des zweiten Lebensjahres – sich an Abläufe als Ganzes zu erinnern und Handlungen als Beginn oder Teil eines Ablaufs zu erkennen. Als Beispiel: Wenn ich mit ihr ins Bad gehe und ihre Zahnbürste nehme, dann ist das – laut Buch – kein isoliertes Ereignis mehr, sondern dann weiß sie schon gleich, was als nächstes alles passieren wird: Zahnpasta drauf, dann schrubbelt Papa kurz an den Zähnchen rum, dann kriegt sie die Bürste in die Hand, darf damit Unsinn machen und dann wird der Mund mit dem Handtuch abgewischt.

Allgemein macht das Gehirn des Kindes wohl in nächster Zeit einen enormen Entwicklungsschub durch und wird in in diesem Zuge auch stark an Größe zulegen.

So siehts also aus. Einerseits ist das total schön, wenn sie so kuschelig ist, da wird mir immer ganz warm ums Herz. Andererseits bezahlt man das nicht viel später wieder mit Ausschreitung. Füttern und selber essen ist auch wieder schwieriger geworden, als es mal war. Stillsitzen ist noch ein größeres Problem als es schon immer war. Wenn sie noch nicht satt ist, aber vor Hibbeligkeit das Essen verweigert, dann weiß ich manchmal nicht weiter. Gib ihr ein bisschen Fingerfood, gib ihr nen eigenen Löffel, mach ein bisschen Faxen, nimm sie mal “aus der Situation heraus” (der Spruch ist schon ein kleiner Running-Gag bei uns daheim). Das alles kann helfen, muss aber nicht. Aber einen Trost gibt es: Es ändert sich alles sowieso bald wieder und ein kleiner Rückschritt in einem Bereich ist bei einem anstehenden Fortschritt ganz normal.

Was habt ihr so für Erfahrungen mit diversen Schüben und deren Nebenwirkungen gemacht?

 

PS: Die Fachwelt sagt übrigens: Sich-selbst-schlagen oder Kopf-auf-den-Boden-schlagen sind Forderungen nach Beachtung. Diese nicht mit Schimpfen oder Hochnehmen honorieren, sondern versuchen, das Kind mit irgendetwas abzulenken.

Mini hat Lungenentzündung – willkommen im Ausnahmezustand

Ich sags euch, Eltern sein ist mein härtester Job bisher. Woanders lernste einmal dein Handwerk und dann weißte mehr oder weniger wie es funktioniert. Aber so ein Kind hat regelmäßig etwas vollkommen Neues parat, was einen vor unbekannte Herausforderungen stellt. Jüngstes Beispiel: Ein Ausnahmezustand namens Lungenentzündung, verbunden mit acht Tagen Krankenhaus. Vier Nächte war Mum bei ihr, vier Nächte ich. Das Kind an Kabeln und Schläuchen, Körperfunktionen auf dem Monitor, Eltern auf dem beschissensten Gästebett aller Zeiten, Angst, Schlafmangel. Aber der Reihe nach.

Wie man eine normale Erkältung gemeinsam übersteht wussten wir ja schon. So eine hatte Mini vor drei Wochen mal wieder erwischt. Richtig auskuriert war die irgendwie nie, aber auch kaum noch da. Einige Tage später kam dann plötzlich die Bindehautentzündung in beiden Augen. Das war schonmal was Neues, aber nicht tragisch – auch wenn das Tropfen-in-die-Augen-Tropfen jedes Mal eine an Tragik und Weltschmerz nicht zu überbietende Szene war. Wenn sie nur gewusst hätte, was danach alles auf sie zukommt.

Begleitet wurde die Angelegenheit von einem Auf und Ab an leichtem bis mittlerem Fieber, leichter Mattigkeit und schlechtem Ess- und Trinkverhalten. Wir haben das darauf geschoben, dass sie wahrscheinlich Halsweh hat und keinen Bock zu schlucken – das kannten wir schon. Überhaupt ist man ja bei Krankheit gerne mal etwas apettitloser. Außerdem muss man sich ja nicht gleich die größten Sorgen machen. So ein Baby ist schließlich auch nur ein Mensch.

Die Augen waren innerhalb 24 Stunden wieder okay und wir dachten schon, sie hat jetzt alles mal wieder überstanden. Auch wenn das Fieber nicht ganz verschwinden wollte. Sie war an jenem Mittwoch Nachmittag noch so gut drauf, dass wir zuerst einmal nicht Böses vermuteten, als Richtung Spätnachmittag plötzlich alles schlechter wurde. Weiterlesen

1 Jahr “We are Family” – Mini, Mum und Dad feiern Zwölfmonatiges

Is schon soweit? Jetzt schon ein Jahr rum? Kinners und ich hab noch gar nichts vorbereitet. Mum natürlich schon. Die hat für Mini Geschenke gekauft, liebevoll verpackt (damit Mini das damit tun kann, was sie am liebsten tut), einen Geburtstagskuchen gebacken, eine Karte geschrieben und das Esszimmer auch ein wenig dekoriert. Was man halt so macht, damit Mini ihren allerersten Geburtstag (zumindest den ersten ohne Geburt) in wunderschöner Erinnerung behält. Und ich… ich hab noch nicht einmal einen lausigen Blogartikel für sie. Also sitze ich hier am Vorabend der Jubiläumssause und denke über die vergangenen zwölf Lebensmonate unserer kleinen Pupsfrikadelle nach.

Aus einem hilflosen, winzigen, stillen Würmchen ist eine hilflose, stramme, ziemlich laute Randalefee geworden. In regelmäßigen Abständen haben wir uns über eine neue Fähigkeit oder Weiterentwicklung gefreut. Je älter sie wurde, desto häufiger gab es solche Anlässe. Der erste Meilenstein war die Gewichtszunahme nach schwierigen ersten Wochen. Dann hat sie irgendwann plötzlich das erste willkürliche Lächeln gezeigt, was noch viel schöner war, als das süße Engelslächeln über das wir uns jedes Mal gefreut haben. Ich erinnere mich auch noch genau an den Moment, in dem es mir durch zum-Affen-machen am Wickeltisch gelang, ihr das erste richtige Kinderlachen zu entlocken. Da kam Mum ins Zimmer gestürmt: “Wie süüüüß! Wie haste das denn gemacht?” Tja, da zahlt sichs aus, dass ich früher schon ein Klassenclown war.

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Mit Mini allein zuhaus: Mum’s Fazit nach 10 Monaten

Mum_LabelGar nicht mehr lange, und Mini macht das erste Jahr voll. Der April war der letzte von 10 Monaten, den wir zwei ganz alleine zusammen verbracht haben. Also das heißt im Alltag, wo Dad den ganzen Tag weg von zuhause ist. Ich habe beschlossen den Monat ganz intensiv zu genießen, denn ab Anfang Mai hat Dad bereits frei, bevor Mitte Mai seine zweimonatige Elternzeit beginnt. Den Mai haben wir noch komplett gemeinsam, da wird vor allem viel gereist: Besuche bei den Großeltern und die erste Flugreise im Familienverband steht an: nach Irland!  Ab Juni dann beginnt die Eingewöhnung im Kindergarten, welche Dad übernehmen wird. Gut so, denn ich wäre da wahrscheinlich mit zu vielen Emotionen dabei. Ab Mitte Juni werde ich dann zurück in die Arbeitswelt kehren. Dem schaue dem mit einem lachenden und einem weinenden Auge entgegen. Ich freue mich darauf,  wieder mal „anders gefordert“ zu werden und auf Gespräche mit Leuten außerhalb der „Mum-Community“.

Natürlich bin ich auch ganz schön traurig, dass das Jahr so schnell vorbeigegangen ist. Mini und ich werden wohl nie wieder so eine intensive gemeinsame Zeit haben. Und soll sie tatsächlich schon in den Kindergarten? Sie ist doch noch so klein! Und werden sich die Erzieherinnen auch gut um sie kümmern? Und klappt es dort mit dem Essen und dem Schlafen? Die Sorgen einer Mutter, wenn sie plötzlich loslassen muss.

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Ein Zeitungsartikel über Elterngeld, ein fassungsloser Dad und seine ausführliche Antwort darauf

Am 15. März erschien in der Süddeutschen Zeitung ein Meinungsartikel zum Thema Elternzeit und Elterngeld mit der Überschrift: Elterngeld ist kein staatlich gesponsertes Urlaubsgeld. Ihre These fasst die Autorin Kerstin Lottritz in der Einleitung zusammen:

“Viele junge Familien nutzen das Geld, um wochenlang zu reisen. Aber Urlaub auf Staatskosten ist unverschämt – und eine vertane Chance obendrein.”

Drei steile Behauptungen in zwei kurzen Sätzen und ein Dad-Blogger, der beim Lesen an dieser Stelle schon erhöhten Puls hatte. Also habe ich weitergelesen, denn auch wenn eine Überschrift erstmal nach hanebüchenem Blödsinn klingt, kann ja der Artikel immernoch gut sein. Eventuell kommen Argumente, an die man selbst nicht dachte, so dass die vermeintlich doofe These plötzlich überraschend logisch wirkt. Leider kam es nicht so. Je länger ich gelesen habe, desto fassungsloser wurde ich darüber, wie eine intelligente Frau, die selbst verheiratete Mutter ist – also genau weiß, wovon sie spricht – dermaßen falsche Behauptungen aufstellen kann.

Falls das jetzt etwas sehr drastisch klingt, sorry dafür. Ich meine es nicht böse, aber ich lass’ das jetz so. Denn ich meine es so. Ich will gar nicht so tun, als hätte ich die Wahrheit für mich gepachtet. Auch auch meine Sichtweise ist infrage zu stellen. Aber ich habe beschlossen, eine kurze Antwort zu verfassen.

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9 Monate Dad – so langsam wird ein Kind draus!

Ich muss ja zugeben, manche Artikel meines Blogs lese ich selbst recht gerne hin und wieder durch. Weniger aus Selbstgefälligkeit als vielmehr wegen des Tagebucheffekts. Das Blog mag nicht so intim und persönlich sein wie ein Tagebuch (in diese Abgründe wollt ihr eh nicht blicken, glaubt mir), aber es ist ein bisschen wie die Textversion des Fotoalbums, das Mum seit Mini’s Geburt befüllt hat – und das jetzt voll ist. (Ja, wir sprechen hier von einem real-life Fotoalbum mit Papierbildern und Klebstoff und so.) Es ändert sich permanent so vieles in Mini’s Verhalten und Entwicklung, dass ich gar nicht mehr genau sagen könnte, wie lange sie dieses oder jenes jetzt schon tut oder was für eine Phase zum Beispiel im Dezember gerade war.

Vorwärts immer, rückwärts nimmer

Kabel

Oben: Nicht schön, aber fest. Unten: Das war mal sauber verlegt.

Zum Beispiel wusste ich gar nicht mehr, dass wir Anfang Januar schon dachten, sie lernt jetzt jeden Augenblick das selbstständige Sitzen. Sie tut es zwar immer noch nicht, wenn auch manchmal schon fast. Das bedeutet aber nicht, dass Prinzessin Randalia die Ungestüme keine motorischen Fortschritte gemacht hätte. Im Gegenteil. Diesen Spitznamen habe ich nämlich nicht erwürfelt, den verdient sie. Sie bewegt sich fort, hat Kraft entwickelt und noch mehr Willenskraft. Was Mini anpeilt sollte nicht erst bei drei auf dem Baum sein, denn zuerst hat sie sich wochenlang in einer lustigen wippenden Seehund-Bewegung mit unbändiger Energie durch die Wohnung gerobbt und seit ein paar Tagen hat das große Krabbeln begonnen. Auch an Möbeln hochziehen klappt schon erschreckend gut. Die Folge: Was auch immer in ihre Finger gelangt, ist in ernsthaften Schwierigkeiten – und da gelangt eine Menge rein. Was aus Papier ist, wird gefressen, was zerbrechlich ist, ist geliefert und was sich werfen oder vom Tisch zerren lässt, wird bald tief fallen. Was ein Gesicht ist, wird geknetet und gekratzt. Kabel können noch so sauber verstaut oder verlegt sein – sie kriegt sie und zieht und besabbert sie, bis die scheiß Dinger kapiert haben, wer hier der Boss ist.

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