Monat: Mai 2016

Hochzeitsreise, zweiter Teil – Straßen und Strände in VanCity

Wir sitzen im Bus Richtung Downtown und schauen wie kleine Kinder aus dem Fenster. Alles ist toll. Die Kreuzungen, Ampeln, Schilder und Häuser, die aussehen, wie man es aus amerikanischen Spielfilmen kennt. Vancouver, British Columbia, Kanada, nicht nur erster Urlaubstag, sondern Hochzeitsreise – das muss irgendwie noch sacken.

Zum Glück funktioniert die Zeitverschiebung super für uns und wir haben sehr gut geschlafen. Zudem hatte ich den perfekten Morgen.

Honeymoon BreakfastJames und Marianne, die Betreiber des Suite Dreams B&B sind einfach die perfekten Gastgeber. Erstens haben sie auf der Außenterasse unseres Appartements im 1. Stock ihres typisch kanadischen Einfamilienhauses einen Whirlpool (“Hot Tub”) installiert. DER Grund für unsere Buchung dort. Wenn ich aus dem Bett fallen kann, einen Instantkaffee aufgießen und direkt in den Hot Tub sinken und in den blubbernden Fluten meinen Morgenkaffee genießen… oh ja, dann bin ich definitiv im glücklichstmöglichen Stadium meiner Existenz angelangt. Zweitens kochen die beiden das beste Frühstück der Welt. Gefüllte Pancakes, Rührei, Salat, Omelette, Müsli auf Joghurt mit Blaubeeren, O-Saft … alles nicht nur geschmacklich auf Sterneniveau und frisch, sondern auch optisch astrein präsentiert.  Wenn man mich, der ich ein absoluter Morgenzombie bin, um 8:30 Uhr schon so begeistern kann, das heißt was. Ich habe aber auch enorm gut geschlafen in diesem zwei Meter breiten Bett. Das ist gegenüber unserem Einmetervierzigbett zuhause wie ein Straßenkreuzer neben einem VW Polo. Meine Frau war verhalten begeistert davon, denn dieses Superriesenbett “ist soooo groß dass man sich da gar nicht findet. Voll kuschelunfreundlich!”. Ja gut, das ist natürlich ein echter Missstand, aber hab ich erwähnt, dass ich super geschlafen habe?  Genug jetzt vom Aufwachen, wir sind in Vancouver, von Einwohnern und supercoolen Touristen wie uns liebevoll “VanCity”genannt.

VanCity

Mum mutiert in VanCity zum Lokalpatriot

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Hochzeitsreise, erster Teil – lass das mal den Papa machen

Flieger nach Vancouver

Unsere Hochzeitsreise begann mit einer typischen Dad-Aktion. Nach ca. 18 Stunden Reise, davon die letzten neun oder sogar mehr nonstop im Flugzeug, saßen wir im Taxi, das uns zu unserem B&B bringen sollte. Dort wartete der heißersehnte, blubbernde Außen-Whirlpool und ein weiches Bett so groß wie ein Fußballfeld. Nur stand zwischen uns und dem Paradies noch ein Problem: Ich. Ich hab das Buchen übernommen, alle Unterlagen zusammengestellt – und was übersehen. Ich hatte zwar einen Ausdruck dabei, der etwas mit der Buchung zu tun hatte, auf dem aber leider die Adresse nicht stand. Das fiel mir in dem Moment auf, als der Fahrer danach fragte. Aus dem Kopf ließ sich das auch nicht hervorkramen. Irgendwas mit Broadway… hilft nur nicht, in einer Riesenstadt wie Vancouver. Mal eben Googlen geht auch nicht ohne Daten-Roaming.

Der Fahrer war ein älterer, netter, entspannter Typ – zum Glück war es nicht zu erraten, was er wirklich von mir dachte. Er war mittlerweile rechts rangefahren, um bei seiner Zentrale nach Rat zu fragen, denn wie das B&B hieß stand immerhin auf dem Zettel. Leider schien die Zentrale nicht weiter zu kommen mit der Recherche, denn es kam die Rückfrage. „Sicher, dass das in Vancouver ist?“. Mum saß mit einer Mischung aus Fassungslosigkeit und müder Resignation daneben und fragte sich, was manchmal nicht stimmt mit mir. Das musste ich nicht erraten, das sagte mir der Halbsatz „Also manchmal… echt…“ recht deutlich. Weiterlesen

Alles Gute zum 60. Geburtstag, Homer J. Simpson!

Die Leitfigur, die Inspiration, der Seelenverwandte vieler Väter dieser Welt, hat am 12. Mai Geburtstag. Homer Simpson wurde also gestern 60 Jahre alt! Und ich merke es erst heute. Wie Homer-esque! Dad ist seit seiner Jugend ein leidenschaftlicher Anhänger der Lehren des dicken gelben Familienhäuptlings der Simpsons. Homer sagt und tut jene Dinge, die man selbst sich verkneift, weil es blöd oder falsch ist, oder auf die man selbst nie kommen würde. Seine Synapsen schwimmen in genug Bier, um nicht vom Doughnut-Zucker zu verkleben. Dadurch arbeiten sie wirklicheitsnah genug, dass Mann sich mit ihm verbunden fühlt. Gleichzeitig aber ist er so dämlich und naiv, dass man sich trotzdem haushoch überlegen wähnt.

Irgendwie macht er auch Mut. Trotz seiner Defizite hat Homer hat eine hübsche Frau, die ihn im Zaum hält, versteht und weiß, was gut für ihn ist:

Er hat drei tolle Kinder in die Welt gesetzt, ist selbst ein absolutes Kind geblieben und kommt irgendwie mit seinem Blödsinn immer durch.

Außerdem lebt er den Leitspruch “Man darf dumm sein, aber man muss sich zu helfen wissen” perfekt vor:

Jeder Leser, der über minimal mehr Intellekt verfügt als Homer Simpson, fragt sich vermutlich längst, wie ich auf die 60 Jahre komme. Die Serie “The Simpsons” lief immerhin erst 1989 an. Echte Seriennerds haben das tatsächliche Alter der Charakterfigur anhand einer kurzen Szene in der 16. Folge der 4. Staffel identifiziert, als Homer’s Führerschein im Closeup gezeigt wird. Da ist deutlich als Geburtsdatum 12. Mai 1956 zu erkennen. (Quelle: mashable.com)

Homer Simpsons Führerschein

Bild: FXX / Quelle: mashable.com

Sein jahrzehntelanger deutscher Synchronsprecher Norbert Gastell erlebt dieses runde Jubiläum leider nicht mehr. Er starb vergangenes Jahr im Alter von 86 Jahren. Die Suche nach einer neuen Synchronstimme läuft meines Wissen noch. Ich bin sehr gespannt, ob Homer danach noch der Alte ist.

Neu im Gefühlsportfolio: Vaterinstinkt

Bisher konnte ich eher nichts mit Menschen anfangen, die Rolf Zuckowski cooler finden als Motörhead (und wenn wir von Erwachsenen sprechen, gilt das übrigens immer noch). Doch seit Kurzem empfinde ich etwas, das man wohl als einsetzenden Vaterinstinkt bezeichnen kann.

Als Frau hat man’s aber auch nicht leicht – das meine ich vollkommen un-ironisch, und mit vollstem Respekt. Für die Frau bedeutet die Erfüllung des Kinderwunsches kotzen, zunehmen, dicke Füße, Lieblingsklamotten nachtrauern, Kurzatmigkeit, von innen getreten werden, auf 4cl geschrumpftes Blasenvolumen, nicht zuletzt die Aussicht auf die bevorstehende Geburtstortur – und das alles stocknüchtern. Kein Wunder, dass die Natur den Weibchen der Spezies diese Herkulesaufgabe zugeteilt hat.

Derart Leidensfähigkeit und Selbstdisziplin kennt man von unserer Seite des Tresens eher weniger. Hand aufs Herz! Klar, wir müssen auch mit so einigem zurechtkommen, wenn wir eine verbesserte Eigenversion in die Welt setzen. Für uns Männer bedeutet das die aktive Partizipation am weiblichen Nestbautrieb, das Abfedern von Stimmungsschwankungen, gemeinsame Frauenarztbesuche, alkoholfreies Bier aus Solidarität, häufiger Sätze sagen wie “Bleib du sitzen, ich hol das”, sich Sätze verkneifen wie “Wein?” und sich mit so abstrakten Themen wie Kindernamen befassen. Doch während unseren Frauen ständig an den Bauch gegrapscht wird und sie sich ein Schild malen mit der Aufschrift “33. Woche, Mädchen, erstes Kind, mir gehts super, danke.”, haben wir den Vorteil, dass seit bald einem dreiviertel Jahr immer von vornherein feststeht, wer heimwärts fährt und wer trinken darf. Weiterlesen

“Erstausstattung” heißt: Erst ausstatten, dann fragen.

Mum inmitten der Erstaustattung

Mini ist etwa 42 cm groß und spielt noch Alien.
Ihr Kleiderschrank umfasst jedoch schon mehr als meiner.
Mum shoppt und näht, Oma strickt, Dad darf alles “süß” finden.
Da wird Mum vor lauter Vorfreude ganz unscharf.

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