Monat: August 2016

Mini’s Top 5 Tipps an Neugeborene für die ersten Lebenswochen

Mini_LabelMoin Kollegen! Wenn ihr gerade erst aus dem Floatingtank rausgeschlüpft seid, oder schon einige Tage draußen, dann hab ich ein paar heiße Tipps für euch zum Thema Eltern-Handling. Ich bin jetzt volle zehn Wochen im Babybusiness und habe mittlerweile so viel Scheiß gesehen, dass ich heute mal ein bisschen Weisheit weitergeben möchte. Es ist nämlich manchmal nicht einfach mit den Großen. Sie wecken dich mitten im schönsten Tiefschlaf auf, weil sie meinen, du musst was trinken, sie fummeln ewig an dir um, bis mal der Popo wieder trockenliegt und das neue Leibchen sitzt, sie strapazieren deine Nerven, wenn sie nicht kapieren, was du von ihnen willst. Das alles gehört dazu. Allerdings gibt es ein paar einfache Tipps, mit denen ihr die ersten Lebenswochen von eurer Seite aus ein bisschen einfacher gestalten könnt.

Okay, los geht’s mit meinen Tipps:

Tipp 1: Die beiden, die du nicht mehr los wirst, nachdem du deinem gemütlichen Floatingtank tschüß sagen musstest, die nennen sich Eltern. Die beiden sind ab sofort deine direkten Ansprechpartner für alles. Hunger, müde, Windel voll, aua, langweilig oder einfach aggro, sie müssen sich drum kümmern.

Tipp 2: Wenn du irgendwas brauchst, schrei gleich richtig. Nicht erst vorsichtig fragen. Vor allem nachts dauerts nur umso länger, bis du endlich was zu saufen kriegst, wenn du ihnen die Option lässt, weiter zu schlafen. Du wirst sicher den einen oder anderen genervten Blick ertragen müssen, aber die müssen das lernen, dass deine Befehle – und seien sie noch so banal – unverzüglich befolgt werden müssen.

Tipp 3: Kacka und Pipi machen, wenn du eh schon auf dem Wickeltisch liegst. Das erspart dir das erneute Rumgezuzppel auf dem Wickeltisch und überhaupt ein paar Stunden in der vollen Windel, bis es endlich einer merkt. Egal, ob du auf der blanken Wickelunterlage liegst, auf deinem frischen Strampler oder der frischen Windel, lass es kommen. Es gibt erstmal großes Geschrei und lustige Klagelaute von den Eltern, aber am Ende nehmen sie es mit Humor.

Tipp 4: Sei nachsichtig mit ihnen, wenn sie es mal wieder nicht checken, was du brauchst. Es kann dir vor allem in den ersten Wochen passieren, dass sie deine eindeutigen Ansagen nicht verstehen. Zum Beispiel schreist du klar und verständlich “Bring mir was zu saufen!” und sie fangen an, dich zu windeln, weil sie dich doch “gerade erst” gefüttert haben. Oder du brüllst “Trag mich rum!” und die versuchen dich zu füttern. Das wird alles besser, die lernen deine Sprache. Also contenance bewahren, wenn’s mal wieder länger dauert. Übertreibst du es nämlich mit dem Geschrei, dann denken sie noch, du brauchst nen Arzt und dann geht das ziemlich nach hinten los. Dann kriegst du weder Futter noch Schlaf, sondern nen Arztbesuch.

Tipp 5: Wichtigste Regel: Alles, was du machst, ist süß. Habe keine Hemmungen, sie finden (noch) alles an dir süß. Und wenn du es doch mal übertreibst, dann greift die Regel aller Superstars: Lächeln und winken. Lächel sie an, von deinem vollgepischerten Wickeltischchen aus, während sie mit nassen Papiertüchern jonglieren. Lächel sie an, nachdem du auf Papa’s dunklen Lesesessel einen formschönen weißen Kotzfleck gemacht hast. Sie sehen dein Lächeln und verzeihen dir absolut alles. Noch ein bisschen lustig zappeln dazu, das unterstreicht wie hilflos du noch bist und dass du also überhaupt gar nichts dafür kannst.

Das waren meine Top 5. Nicht spektakulär, aber ganz gut zu wissen. Viel machen könnt ihr eh noch nicht, ihr seid total abhängig. Aber Kopf hoch – vorerst natürlich im übertragenen Sinne – wenn ihr erstmal in mein Alter kommt, dann wird die Sache rapide interessanter. Habe ich etwas Essentielles vergessen? Postet hier gerne in den Kommentaren eure eigenen Tipps!

Wenn’s an der Milchbar nicht klappt – ein Erfahrungsbericht über Fläschchen statt Stillen.

Mum_LabelMit dem Stillen ist das ja so eine Sache. In den vergangenen Jahrzehnten hat sich die Einstellung der Frauen – der Mütter – zum Stillen immer wieder geändert: Mal ist es das „Natürlichste, Gesündeste und Unbedingteste“ und wird in keinem Fall in Frage gestellt. Mal sind die Frauen nicht so dafür. Entweder um sich nicht von dem Kind abhängig bzw. das Kind nicht von sich abhängig zu machen. Oder sie wollen einfach keine „hässlichen“ Brüste vom Stillen bekommen. Aktuell ist das Stillen absolut „in“. Selbst Promi-Mamis wie Alyssa Milano, Gisele Bündchen und Pink posten auf Instagram oder Facebook Bilder von sich und ihren Lütten beim Stillen.

Vor der Geburt von Mini habe ich gar nicht groß über das Thema nachgedacht. Für mich war das total klar: Es ist die natürlichste und gesündeste Nahrung für’s Baby, es stärkt die Bindung zwischen Mutter und Kind von Anfang an und es kostet nichts …

Wenn die Natur es nicht von alleine regelt

Nun ja. Der Beginn unserer Stillbeziehung war auch ganz vielversprechend. Raus aus dem OP, rein in den zart-grün gestrichenen Kreißsaal, angedockt. Mini hat gleich gecheckt, was zu tun ist. Gutes Mädchen! Ich habe Käsestullen gereicht bekommen, weil ich ja den ganzen Tag nicht trinken und essen durfte. Ein Bild des Friedens: Ich schnabuliere Brote und Mini meine sogenannte Vormilch. Es hätte alles so schön sein können. Aber denkste! Mini hat den ganzen restlichen Tag und auch die folgende Nacht durchgepennt. Keine der betreuenden Hebammen hat mal nachgefragt und der Anfängermutter gesagt, dass man das Kind mal zum Trinken wecken sollte. Ich dachte eben, Mini ist einfach erschöpft von der Geburt und meldet sich schon, wenn sie was braucht. Am nächsten Morgen dann das große Wiegen und die Feststellung einer anderen Hebamme „ganz schön viel Gewicht verloren….und leicht gelb ist sie auch“. Aha. Danke. Und jetzt? „Stillen Sie auch gut?“ fragte sie noch. “Ähm.. nee!“. Also Mini angelegt und sie zutschte los. Das Problem war nur, dass sie ständig eingeschlafen ist dabei, und wenn das nicht, dann hat sie an der falschen Stelle (also um den Nippel herum) gesaugt. Weiterlesen

Seit 8 Wochen Dad – über Schlafmanagement und murkelnde Zombieküken

Gestern war Mini zwei Monate alt. Seit meiner ersten Bestandsaufnahme, zehn Tage nach Mini’s Geburt, sind wieder ca. 50 Tage vergangen und eine Menge hat sich getan. Es wurden – grob überschlagen – 35 Liter Pre-Milch verfüttert, 350 Windeln gewechselt, dabei 1.750 Feucht- und Trockentücher verbraucht, 500 Bäuerchen gemacht und 5.000 Pupse gelassen (ausschließlich durch Mini, wie ich betonen möchte – sonst wäre die Zahl höher). Zudem wurden beim beruhigenden Herumtragen vermutlich 15.000 Meter Laufstrecke durch die Wohnung absolviert sowie mindestens eine Million Fotos von Mini geschossen. Okay, ein paar Hundert waren es auf jeden Fall.

Das klingt nicht nur nach einem Vollzeit-Job, das ist es auch. Den mitlesenden Eltern erzähle ich hier nix Neues, den Eltern in spe habe ich hoffentlich die Illusion genommen, dass es einfach wird. Falls die überhaupt jemand hat. Noch nichteinmal ich dachte das, obwohl ich sonst an die meisten Dinge mit einer wird-halb-so-wild-Einstellung herangehe. Ich habe sicherheitshalber mit dem Schlimmsten gerechnet. Mit der absoluten Erschöpfung, dem totalen Untergang meines Lebens wie ich es kannte. Das wiederum war auch übertrieben, jedoch vermutlich eine gute Strategie, denn ich bin positiv überrascht, wie wenig schlimm es bisher ist. Also mit der Belastung jetzt. Das Kind an sich ist natürlich eh nicht schlimm, sondern der nackte Überwahnsinn. Eine Menge Dinge rund um unsere kleine Hoheit gehen leichter und intuitiver von der Hand, als ich vermutet hätte. Dazu kommt, dass wir tatsächlich mit einem anfängerfreundlichen Kind gesegnet sind: Sie ist kein Schreikind, sie mag das Wickeln, sie mag das Baden, sie hat keine übertriebenen Koliken und reagiert auf wenigstens ein paar Beruhigungstaktiken. Das darf man eigentlich gar nicht erzählen, denn vermutlich zieht man den Zorn unzähliger Eltern auf sich. Dennoch bleibt eine ganze Menge Arbeit und Zeitaufwand übrig. Ich habe mich schon oft gefragt, was wir eigentlich vorher in all den Stunden des Tages gemacht haben, die wir jetzt pro Kopf mit dem Bepuscheln von Mini zubringen, oder mit der Erledigung von zusätzlichen Hausarbeiten wie Milch machen, Fläschchen spülen, Babyutensilien in der Wohnung einsammeln, Wickeltisch aufräumen, Schlaf nachholen.

Wir sind uns jedenfalls einig: Hut ab vor allen Alleinerziehenden. Allemal vor Alleinerziehenden mit zwei oder mehr Kindern. Gar nicht zu sprechen von Alleinerziehenden mit Schreikind. Ein solches ist ja für Paare schon eine extreme nervliche Herausforderung. Auch wenn Mini relativ friedlich ist, sie hat ihre ganz eigenen Nervmethoden, uns um den Schlaf zu bringen und die Harmonie im Hause zeitweise erfolgreich zu torpedieren. Weiterlesen

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