Monat: September 2016

Schlaflos in Hamburg – heute wurde durchgemacht

Mum und ich freuen uns ja schon auf jene Nacht, in der unser Kind zum ersten Mal durchschläft. Das wird naturgemäß wohl noch ein Weilchen dauern, aber dafür war heute der Tag, an dem Mini zum ersten Mal gar nicht geschlafen hat. Nur ein Powernap von ca. zehn Minuten, aber das kann man nicht wirklich zählen. Normal war ja seit ein paar Wochen, dass sie uns mit sehr langen Wachphasen und großem Bespaßungsbedürfnis beglückt hat, wovon sie sich stets mit ein paar kurzen Nickerchen und einem längeren Nachmittagsschlaf erholte. Aber heute war ein Tag, der sich eindeutig für einen kurzen Blogartikel qualifiziert hat – denn sie hat NICHT GESCHLAFEN. (Ich musste es einfach nochmal sagen.)

Es begann damit, dass Mini nach der Morgenfütterung um halb sechs nicht topfit war, wie sonst, sondern wieder eingenickert ist und bis halb acht geschlafen hat. Dafür habe ich ab halb sechs nicht mehr geschlafen, weil ich mir die Ruhe dadurch erkaufen musste, dass ich sie neben mir habe liegen lassen. Das ist oft der Schlüssel zu ein wenig weiterdösen, denn auch wenn das Bettchen direkt daneben steht, entspannt sie sich nach der Morgenfütterung oft erst wieder, wenn sie Nähe spürt. Schön für sie. Denn mit Baby neben sich findet man nicht mehr zurück in den Schlaf. Soll man vermutlich auch nicht, das hat die Natur wohl so eingerichtet zum Schutz des Baby’s. Zumal es eh sauungemütlich ist auf der Gästecouch im Arbeits-/Wickelzimmer, wenn man nur die letzten 50 Zentimeter der Matratze vor dem Abgrund für sich beanspruchen kann. Ist aber zum Glück nicht jeden Morgen der Fall.

Auf diese Couch weiche übrigens ich nicht deshalb aus, weil ich etwa den Zorn des Weibchens erregt hätte, sondern weil das unsere Nacht-Aufteilung ist: Mum übernimmt die Fütterung in den frühen Morgenstunden und ich ziehe dann mit Mini zwischen halb fünf und halb sechs ins andere Zimmer um, wenn sie dann typischerweise wieder anfängt etwas herumzumurkeln (auch wenn es meist bis zum echten Durst noch ein Stündchen dauert). Weiterlesen

Seit 3 Monaten Dad – trag mich, bespaß mich, gib mir Tiernamen!

Drei Monate sind so eine kurze Zeitspanne und doch kann sich so unglaublich viel währenddessen verändern. So wurden seit Mitte Juni aus ca. 3200 Gramm winziger, zerbrechlicher, dauerschlafender Mini über 6000 Gramm moppelige, robuste, quietschfidele Mini. Wenn ich an die Anfangswochen zurückdenke, als wir sie noch andauernd wecken mussten, damit sie ihre Ration von in stundenlangen Sessions abgepumpter Muttermilch trank. Wie wir uns freuten, als sie endlich sichtlich zunahm, mehrere Stunden am Tag wach war und die ersten leichten Zeichen von Interaktion zeigte.

Mittlerweile haben wir einen Tagesrhytmus etabliert, bereits zwei der berüchtigten „Schübe“ hinter uns und alle Hände voll zu tun, die kleine Dame tagsüber altersgerecht zu bespaßen. Mittlerweile rechnen wir nämlich nicht mehr in Wachphasen, sondern ihr Tag, der von ca. 6:00 bis 19:00 Uhr dauert, ist eigentlich eine einzige Wachphase, unterbrochen von einem längeren Mittagsschläfchen und vereinzelten 20-Minuten-Powernaps. Dazwischen straft sie uns bei aufkommender Langeweile, oder einfachem Nähebedürfnis, mit penetrantem Quäken. Wer darauf nicht hören will, der muss eben fühlen – und zwar Schmerzen im Trommelfell. Da kommt man nicht davon, da bleibt nur das stundenlange Rumtragen oder Bespaßen des Mäuschens, des Äffchens, der Ziege, des Pupsodils. (So viel zu den Tiernamen. Und das waren längst nicht alle.)

Es könnte so einfach sein. Isses. Aber. Nicht.

Man könnte jetzt meinen, dass es doch toll ist, wenn sie endlich soweit ist, dass sie spielen möchte, interagieren möchte, dass man tatsächlich was mit ihr anfangen kann. Und ja, es ist ganz fantastisch, jede Woche eine neue Fähigkeit, einen neuen Fortschritt, oder auch einfach nur ein neu erwachtes Interesse an irgendwas zu beobachten. Doch was es schwierig macht: „Spielen“ beschränkt sich auf recht einseitiges (nämlich elternseitiges) Bewegen von Spielzeug und Greifen üben. Ein wenig vorsichtiges Rumturnen geht auch. Und „interagieren” beschränkt sich auf Baby zum Lachen bringen oder Baby’s Geräusche nachahmen, so dass ein tolle Zoo-Atmo entsteht. Alles herzallerliebst, wirklich, nur ist man mit jedem Programmpunkt nach kurzer Zeit durch, da die Konzentrationsspanne und körperliche Ausdauer von Mini noch sehr begrenzt sind. Das merkt man daran, dass sie quäkig wird und nicht mehr mitmacht. Wach ist sie aber trotzdem und bis zum nächsten Fläschchen sind es noch zweieinhalb Stunden. Was also tun mit der Kollegin, die nicht mehr als Zuckungen, Grimassen, Tierlaute und Sabberblasen zustande bringt?

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Sie nannten es “Rückbildungsyoga”

Mini_Label(by Mum) Leute, also heute habe ich wieder was erlebt. Ich war unfreiwilligerweise beim Rückbildungsyoga. Hamburg ist echt so ein Pflaster, das gibt bestimmt nur hier, sowas. Okay, ich muss euch das erzählen:

Mum hat mich so gegen 10 Uhr fertiggemacht und in den Kinderwagen gelegt. Ich dachte während der ersten Viertelstunde Rumgeschaukel auch “Yeah, eine Runde spazieren”. Doch dann machte sie irgendwann an einem Gebäude halt, parkte meinen Wagen und hiefte mich ein paar Treppen hoch. Plötzlich war ich mit drei anderen Mums und ihren Frischlingen in einem Raum, in dem sie dann Matten und Sitzkissen auf dem Boden verteilten. Ich wurde auch auf so einer Matte abgelegt und wusste gar nicht was das soll. Ich hab‘ beschlossen erstmal zu heulen. Mum hat mich dann aber hin-und her geschaukelt und den Nucki reingeschoben – dann gings.

Baby auf Yogamatte beim RückbildungsyogaIn der Mitte stand eine nette Frau, sie stellte sich als “Yogalehrerin” vor. Ich hatte keine Ahnung, was das sein soll, aber plötzlich fingen die Mums an lustige Bewegungen zu machen und ganz laaauuut und tiiieeef zu atmen. Manchmal hatten sie dabei die Augen auf, manchmal zu. Manchmal haben sie das im Stehen gemacht, manchmal im Sitzen und manchmal im Liegen. War echt putzig anzusehen. Weiß gar nicht, warum die bei mir immer lachen, wenn ich mich auf der Spieldecke verausgabe. Irgendwann wurde es mir zu doof und ich bin eingepennt. Eine Stunde später wurde vor dem großen Zusammenpacken noch zehn Minuten lang bei Entspannungsmusik gekuschelt. Das war schööön.

Ich weiß leider immernoch nicht was das alles sollte. Aber Mum sagt, dass sowas total wichtig und gut für sie ist. Naja, dann werde ich sie auch weiter dorthin begleiten. Denn vier weitere Termine folgen wohl noch. Ich frage mich gerade, was eure Mütter denn mit euch so machen. Habt ihr irgendwelche spannenden Tipps? Vielleicht etwas, wo ich auch mal mitmachen darf?

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