Monat: September 2017

Morgenroutine ohne Routine (Anekdote aus dem Vaterleben)

Meine Frau fängt morgens sehr früh an zu arbeiten. Deshalb habe ich die Ehre der Morgenroutine: Dafür sorgen, dass das Murkelchen tagesfein gemacht wird, isst und wohlbehalten, sowie halbwegs pünktlich im Gruppenraum der Kita landet. Erschwerend kommt noch hinzu, dass ich auch mich selbst waschen, füttern (fällt oft flach), anziehen und (halbwegs pünktlich) in den Erwachsenenhort bringen muss. Nun gibt es sicher zwei Gruppen Menschen, die das für überhaupt kein Problem halten: Die Kinderlosen sowie die widerlich gut Organisierten.

Bevor die Kindergartenzeit anbrach, dachte ich auch, dass es alles nur eine Frage von eingespielter Routine und rechtzeitigem Aufstehen ist. Das war Theorie-Dad, der so dachte. Praxis-Dad hat zwei Erkenntnisse gewonnen:

  • DIE eine, immergleiche Routine gibt es nicht. Öfter mal was Neues, denkt sich das Kind und kackt zum Beispiel am einen Morgen zwei frische Windeln voll, am nächsten Morgen kackt es gar nicht. Das macht schon 10 Min. aus.
  • Die Zeit hat Löcher und Laufmaschen und verläuft definitv nicht linear. Wie sonst ist es zu erklären, dass ich am einen Morgen pünktlich aufstehe und es trotzdem nur schweißgebadet und fluchend schaffe, auf den letzten Drücker mit Kind auf dem Arm die Wohnung zu verlassen, während ich am nächsten Morgen eine halbe Stunde zu spät aufstehe und zur exakt gleichen Zeit loskomme? Hm?
  • Lunchbox

    Das einzige Organisierte am Morgen: Die Kita-Lunchbox, von Mum mit Liebe vorbereitet.

    Chronik einer durchschnittlichen Morgenroutine

    06:45 – Durchschnittlich pünktliches Aufstehen. Halb sieben wäre ideal, aber mein Krafttier ist schließlich das Murmeltier – und sogar Mini hat neben mir auch noch so seelig geschlummert. Jetzt hampelt sie ohne Rücksicht auf Verluste im Bett rum und ich muss zu ihrem und meinem eigenen Schutz mit ihr aufstehen. Mum ist bereits seit einer halben Stunde aus dem Haus.

    Kaffee für mich, kurzes Zwischenparken im Gitterbettchen für Mini, weil Papa kurz Toilette. Meistens sorgt das fürs erste Geheul des Morgens, weil Mini absetzen eine solche Grausamkeit ist, dass es in 205 Ländern der Welt geächtet wird. Dann bekommt Prinzessböhnchen eine kleine Waschung … ach nee halt, jetzt piept der scheiß Wecker da drüben im Schlafzimmer. Hatte nur auf Snooze gedrückt. Also den Nackfrosch unter den Arm geklemmt (kann ja schlecht auf dem Wickeltisch liegen bleiben), rüberlaufen, Wecker aus, weitermachen: … eine frische Windel und bereits die untere Schicht des Tages-Outfits an den Körper. Das Essen steht ja noch bevor, da wäre es töricht, schon Kleidung anzulegen, die später noch sichtbar getragen wird. Das gilt übrigens auch für meine eigene Anzieh-Strategie.

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    Rückblick auf zwei Monate Elternzeit

    Vater und Tochter am Meer

    Karate-Küken übt den “Kranich-Style” und macht seinen Meister stolz.

    Ich habe das ganz schön gefeiert, als die imaginäre Kirchturmuhr an meinem letzten Arbeitstag vor der Elternzeit 18 Uhr geschlagen hat. Die Aussicht auf volle zwei Monate Urlaub macht schon Laune. Ich nenne es hier absichtlich “Urlaub”, denn arbeitsfreie Zeit, die man mit der Familie verbringt, ist auf jeden Fall eine Art von Urlaub. Wenn auch nicht unbedingt die Art, wo man lange schläft und Müßiggang betreibt und sich körperlich grunderholt. Zudem waren wir zwei Wochen tatsächlich in Urlaub. Für den gilt allerdings auch das aus dem Satz davor. So eine Elternzeit kann harte Arbeit sein, egal wo man sich aufhält. Aber eben schöne harte Arbeit. Der Fairness halber sei noch erwähnt, dass ich nicht zwei Monate lang mit Mini auf mich allein gestellt war, denn für sechs Wochen haben sich unsere Elternzeiten überschnitten.

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    Unsere erste Flugreise mit Baby: Mini goes Ireland

    Mein letztes Reisethema hier im Blog war unsere Hochzeitsreise nach Kanada. Damals zwar schon mit Kinderwunsch, aber noch ohne Kind und mit nur meiner Verpeiltheit als Handicap im Gepäck. Mittlerweile haben wir unsere erste Reise mit Kind hinter uns und dabei vollkommen neue Herausforderungen gemeistert. Ich wurde nach unserem zehntägigen Stadt-und-Land-Trip nach Irland von einigen Leuten ganz pauschal fragt, wie das so war, das Reisen mit Baby – 11 Monate alt war sie zu dem Zeitpunkt übrigens. Eine legitime Frage, aber eine nicht ganz pauschal zu beantwortende. Ich will es mal so vergleichen: Es ist ein bisschen, wie plötzlich mit Schaufel und Rechen zu essen, nachdem man ein Leben lang an Messer und Gabel gewöhnt war. Wir haben zwar die Art von Urlaub gemacht, wie wir es schon immer mochten, und es war ein total schöner, der uns viel Spaß gemacht hat. Doch war er auch ungleich umständlicher, anstrengender und teurer als sonst. Immerhin hatte die Reisegruppe Hamburg plötzlich eine Mitreisende, die nicht laufen kann, aber trotzdem Bewegungsdrang hat, höchst regelmäßig gefüttert werden will (und zwar nicht mit Pub-Food), die ebenso regelmäßig ein Schläfchen braucht, ständig ins Windelchen macht und eine Menge zusätzliches Gepäck verursacht. Die Airline hat uns den Gefallen getan, uns gleich auf der Hinreise um einen Teil unseres schweren Zusatzgepäcks zu erleichtern. Vielleicht war es auch die Schuld des Hamburger Flughafens, dass von unserem Kinderwagen nur der Sitz in Dublin ankam. Das Chassis ist bis heute verschollen. Doch dieser Geschichte werde ich beizeiten einen eigenen Artikel widmen, wenn sie dann mal abgeschlossen ist. (Das Schadensersatzverfahren läuft noch.)

    Hier und heute geht es um die Reise selbst. Es gibt bereits nach dieser ersten Reise im Familienverband eine Menge Erfahrungswerte und Tipps, die ich an frischgebackene, reisewütige Eltern weitergeben kann. Es geht aber nicht nur ums Kind (sorry, Kind), es geht auch um Irland, genauer gesagt Dublin und den Wicklow National Park. Und um Guinness. Aber der Reihe nach.

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