Ich muss ja zugeben, manche Artikel meines Blogs lese ich selbst recht gerne hin und wieder durch. Weniger aus Selbstgefälligkeit als vielmehr wegen des Tagebucheffekts. Das Blog mag nicht so intim und persönlich sein wie ein Tagebuch (in diese Abgründe wollt ihr eh nicht blicken, glaubt mir), aber es ist ein bisschen wie die Textversion des Fotoalbums, das Mum seit Mini’s Geburt befüllt hat – und das jetzt voll ist. (Ja, wir sprechen hier von einem real-life Fotoalbum mit Papierbildern und Klebstoff und so.) Es ändert sich permanent so vieles in Mini’s Verhalten und Entwicklung, dass ich gar nicht mehr genau sagen könnte, wie lange sie dieses oder jenes jetzt schon tut oder was für eine Phase zum Beispiel im Dezember gerade war.

Vorwärts immer, rückwärts nimmer

Kabel

Oben: Nicht schön, aber fest. Unten: Das war mal sauber verlegt.

Zum Beispiel wusste ich gar nicht mehr, dass wir Anfang Januar schon dachten, sie lernt jetzt jeden Augenblick das selbstständige Sitzen. Sie tut es zwar immer noch nicht, wenn auch manchmal schon fast. Das bedeutet aber nicht, dass Prinzessin Randalia die Ungestüme keine motorischen Fortschritte gemacht hätte. Im Gegenteil. Diesen Spitznamen habe ich nämlich nicht erwürfelt, den verdient sie. Sie bewegt sich fort, hat Kraft entwickelt und noch mehr Willenskraft. Was Mini anpeilt sollte nicht erst bei drei auf dem Baum sein, denn zuerst hat sie sich wochenlang in einer lustigen wippenden Seehund-Bewegung mit unbändiger Energie durch die Wohnung gerobbt und seit ein paar Tagen hat das große Krabbeln begonnen. Auch an Möbeln hochziehen klappt schon erschreckend gut. Die Folge: Was auch immer in ihre Finger gelangt, ist in ernsthaften Schwierigkeiten – und da gelangt eine Menge rein. Was aus Papier ist, wird gefressen, was zerbrechlich ist, ist geliefert und was sich werfen oder vom Tisch zerren lässt, wird bald tief fallen. Was ein Gesicht ist, wird geknetet und gekratzt. Kabel können noch so sauber verstaut oder verlegt sein – sie kriegt sie und zieht und besabbert sie, bis die scheiß Dinger kapiert haben, wer hier der Boss ist.

Ein Filmfan ist sie auch schon. Die DVDs sind lustigerweise nur dann interessant, wenn sie ordentlich im Regal stehen und sie sie beherzt rausräumen kann. Manchmal lassen wir das angerichtete Chaos einfach ein paar Tage liegen, weil das Einräumen sich ja sowieso nicht lohnt. Aber bedient sich das Randaleküken vielleicht an den Herumliegenden? Nein. Gut scheint nur, was verwüstet werden kann.

Baby spielt mit DVD

“Some Kind Of Monster” – nein, Mini, keine Doku über dich.

Es bleibt natürlich nicht aus, dass ihr Rambo-Stil auch bei ihr selbst Spuren hinterlässt. Regelmäßig fällt sie mit dem Kopf gegen eine Tür, eine Wand oder ein Möbel, weil sie sich mal wieder so hoch es ging gereckt hat, und dann das Gleichgewicht, beziehungsweise die Körperspannung verlor. Aber sie ist erstaunlich hart im Nehmen. Und was noch erstaunlicher ist, ist die Geschwindigkeit mit der Beulen und Kratzer bei Babies verheilen. Fast wie bei Vampiren. Des Weiteren führt die Kombination aus oraler Phase und Mobilität dazu, dass sie eine Menge Zeug in den Mund nimmt. Papier ist besonders beliebt. Man kann halt nicht alles verhindern, wenn man kein Helikopter-Dad sein will. Und hat man es ausnahmsweise mal nicht verhindert und war das Objekt der Begierde eine Zeitschrift, dann kann man sich auf kleine, bunte, unverdaute Papierschnipsel in einer der nächsten Windeln freuen. Kein Scherz. So wissen wir immerhin, dass es ihr nicht schadet. Gerade ist übrigens das dritte Zähnchen durchgebrochen, was ihr noch mehr Beißpower verleihen dürfte.

Stummer Zeuge ihrer zunehmenden Agilität und Neugier ist unser Teppich. Der ist wie eine Landkarte, auf der Mini mit Speisen und Getränken ihre lebhafte Reise vom Säugling zum Kleinkind einzeichnet. Dieser Vorwärtsdrang und diese Entdeckungslust sind aber großartig. Es macht immer mehr Spaß, mit ihr zu spielen. Wir müssen ihr jetzt nicht mehr irgendwas Baumelndes übers Gesicht halten, um sie zu unterhalten. Zudem sind wir jetzt noch mehr auf Trab, was sich vermutlich super für die Figur auswirkt.

Bettchen, Autositz, Badewanne – Supersize me!

Das Thema Baby-Equipment ist von Anfang an ein großes und es wird immer größer. Mini ist mittlerweile aus den meisten Dingen herausgewachsen, in denen sie anfangs noch winzig und verloren aussah. Als erstes war vor etwa zweieinhalb Monaten das Beistellbettchen zu klein geworden. Seitdem schläft sie im Kinderbettchen im anderen Zimmer – was übrigens in Sachen Umgewöhnung gar kein Problem war.

Zu klein ist mittlerweile auch die Babybadewanne. Obwohl Mini noch nicht einmal richtig sitzen kann, können wir sie bestens in der großen Badewanne planschen lassen. Nur eine handbreit Wasser reinlassen, die maximal mögliche Anzahl Gummitiere rein, Mini dazusetzen und los gehts. Solange einer dabeisitzt, um sie notfalls bei unfreiwilligen Tauchgängen aus der grimmigen Brandung zu retten, ist Spaßalarm.

Eine andere Wanne, die zu klein wurde, ist der Wannenaufsatz des Kinderwagens. Den hat Mini zuletzt vom Scheitel bis zur Sohle komplett ausgefüllt, so dass es höchste Zeit war, den Buggy-Aufsatz zu montieren.

Wir hätten das gerne schon etwas früher getan, doch der Buggyaufsatz war seltsamerweise noch zu groß für ein Kind, das gerade erst aus der Wanne herausgewachsen war. Bei älteren Emmaljunga-Wägen wie unserem scheinbar ein übliches Problem, da man hierfür einen Minimizer-Einsatz extra bestellen muss. Bei neueren Modellen ist der scheinbar schon dabei. Aber gut, irgendwas is ja immer, #allesfürskind und so. Immerhin gibt es universell-passende Fußsäcke im Handel. Jetzt, wo wir das alles haben, kann Mini beim Spazierengehen endlich richtig was sehen von der Welt. Noch ein Vorteil des Buggy-Modus: Der Kinderwagen nimmt jetzt deutlich weniger Platz im Kofferraum ein.

Apropos Autofahren: Die Maxicosi-Babyschale ist raus, der Kindersitz ist drin. Endlich standesgemäß sitzen und zum Fenster rausgucken können! Bei der Kaufentscheidung fand ich den Test des ADAC extrem hilfreich. Der ist online kostenlos abrufbar und zeigt getestete Modelle der letzten zehn Jahre. Mein Praxistipp: Auf jeden Fall in den Laden gehen ein paar infrage kommende Modelle ausprobieren. Zum Kindersitz-Kauf gibts ein paar mehr Tipps, deshalb werde ich in Kürze mal einen kleinen Extra-Artikel schreiben.

Da ist noch mehr

Ich könnte vermutlich noch eine Weile so weitermachen. Vielleicht sollte ich lieber öfter mal “tagebuchschreiben”. Ich hatte keine Ahnung wie viel Erzählstoff sich angesammelt hat… Über Minis erste Bahnreise, über die ersten erfolgreich antrainierten Kunststückchen und andere Dinge schreibe ich dann wohl nächstes Mal.

Was hat sich bei euch so zwischen dem siebten und dem neunten Lebensmonat ereignet? Wir freuen uns über weitere Erfahrungsberichte!