Kategorie: Logbuch (Seite 1 von 4)

Der Tisch-Knigge nach Mini

“Die korrekte Einhaltung der Tischmanieren gelingt am besten dann, wenn man dabei berücksichtigt, dass gute Tischmanieren nicht ein Mittel der Selbstdarstellung sind, sondern den gemeinsamen Verzehr von Speisen für alle Beteiligten zu einem Vergnügen machen sollen, das nicht durch störende Geräusche oder unschöne Anblicke beeinträchtigt werden darf.”
Textauszug von knigge.de

Mahlzeit! Um eines vorab klar zu stellen: Es ist nicht so, dass ich von Mini bei Tisch die Einhaltung der Knigge-Regeln erwarte. Ich mag manchmal seltsam sein, aber blöd bin ich nicht. Es ist nur so, dass Mini es beachtlicherweise schafft, so ziemlich jede einzelne Regel, ja jeden Nebensatz der Knigge Tischmanieren, ins exakte Gegenteil zu verkehren oder aber ganz kreativ umzuinterpretieren. Für einen frechen Gnom von knapp 16 Monaten ist ihr Essverhalten vermutlich vollkommen normal. Doch was in der Welt der Gnome normal ist, kann einem Erwachsenen, der Tag für Tag diese Schimpansenfütterung leiten muss, irgendwann den Glauben an die Gerechtigkeit austreiben.

Schon seit Langem gewöhnen wir Mini ans “normale” Essen zur langsamen Entwöhnung von Baby-Breis und Müslis. Prinzipiell klappt das auch insoweit, als sie so ziemlich alles isst, was die Vorratskammer hergibt. Nur isst sie manches, was sie gestern noch mochte, heute nicht mehr und es ist schwer zu sagen, was morgen von der heutigen Liste der Lieblingsspeisen gestrichen werden wird. Dazu kommt, dass die Aufnahme nicht-breiförmiger Nahrung so langsam vonstatten geht – weil von so viel Spieltrieb sabotiert – dass es kaum möglich ist, ohne die Breis und Müslis als “Füller” auszukommen. Sie hört eher auf zu essen, wenn sie keine Lust mehr hat, als wenn sie satt ist.

Je nach Laune und Appetit des Miniaffen kann es vorkommen, dass kaum Essen die Speiseröhre passiert, sondern dass alle Nahrungsmasse, die vor dem Ausspucken einmal kurz Berührung mit der Zunge hatte, sich als Sieger fühlen darf. Sieger einer ganz anderen Kategorie sind jene Nahrungsbrocken, die am weitesten fliegen. Je nach Tagesform von Mutter- und/oder Vatertier kommt es vor, dass diese es wider besseres Wissen persönlich nehmen, an ihrer Methodik zweifeln (“Haben wir ihr zu lange zu viel durchgehen lassen?”) oder dem Nachwuchs gar Bösartigkeit unterstellen (“So. Bitte. Hasts geschafft. Essen dann beendet, leck mich doch am Arsch.”) und dann geknickt und frustriert sind. (Das Schlimme: Kraftausdrücke muss man mittlerweile wirklich bleiben lassen, denn Mini plappert seit Kurzem immer wieder ganz überraschend einzelne Wörter ohne Einüben nach.)

“In Deutschland befinden sich üblicherweise alle Zutaten zu einem Gang – Fleisch, Kartoffeln, Gemüse, Sauce etc. auf einem Teller. Dies bedeutet aber nicht, dass diese – insbesondere Kartoffeln und die Sauce – zu einer amorphen Masse verarbeitet werden dürfen.”
Textauszug von knigge.de

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Morgenroutine ohne Routine (Anekdote aus dem Vaterleben)

Meine Frau fängt morgens sehr früh an zu arbeiten. Deshalb habe ich die Ehre der Morgenroutine: Dafür sorgen, dass das Murkelchen tagesfein gemacht wird, isst und wohlbehalten, sowie halbwegs pünktlich im Gruppenraum der Kita landet. Erschwerend kommt noch hinzu, dass ich auch mich selbst waschen, füttern (fällt oft flach), anziehen und (halbwegs pünktlich) in den Erwachsenenhort bringen muss. Nun gibt es sicher zwei Gruppen Menschen, die das für überhaupt kein Problem halten: Die Kinderlosen sowie die widerlich gut Organisierten.

Bevor die Kindergartenzeit anbrach, dachte ich auch, dass es alles nur eine Frage von eingespielter Routine und rechtzeitigem Aufstehen ist. Das war Theorie-Dad, der so dachte. Praxis-Dad hat zwei Erkenntnisse gewonnen:

  • DIE eine, immergleiche Routine gibt es nicht. Öfter mal was Neues, denkt sich das Kind und kackt zum Beispiel am einen Morgen zwei frische Windeln voll, am nächsten Morgen kackt es gar nicht. Das macht schon 10 Min. aus.
  • Die Zeit hat Löcher und Laufmaschen und verläuft definitv nicht linear. Wie sonst ist es zu erklären, dass ich am einen Morgen pünktlich aufstehe und es trotzdem nur schweißgebadet und fluchend schaffe, auf den letzten Drücker mit Kind auf dem Arm die Wohnung zu verlassen, während ich am nächsten Morgen eine halbe Stunde zu spät aufstehe und zur exakt gleichen Zeit loskomme? Hm?
  • Lunchbox

    Das einzige Organisierte am Morgen: Die Kita-Lunchbox, von Mum mit Liebe vorbereitet.

    Chronik einer durchschnittlichen Morgenroutine

    06:45 – Durchschnittlich pünktliches Aufstehen. Halb sieben wäre ideal, aber mein Krafttier ist schließlich das Murmeltier – und sogar Mini hat neben mir auch noch so seelig geschlummert. Jetzt hampelt sie ohne Rücksicht auf Verluste im Bett rum und ich muss zu ihrem und meinem eigenen Schutz mit ihr aufstehen. Mum ist bereits seit einer halben Stunde aus dem Haus.

    Kaffee für mich, kurzes Zwischenparken im Gitterbettchen für Mini, weil Papa kurz Toilette. Meistens sorgt das fürs erste Geheul des Morgens, weil Mini absetzen eine solche Grausamkeit ist, dass es in 205 Ländern der Welt geächtet wird. Dann bekommt Prinzessböhnchen eine kleine Waschung … ach nee halt, jetzt piept der scheiß Wecker da drüben im Schlafzimmer. Hatte nur auf Snooze gedrückt. Also den Nackfrosch unter den Arm geklemmt (kann ja schlecht auf dem Wickeltisch liegen bleiben), rüberlaufen, Wecker aus, weitermachen: … eine frische Windel und bereits die untere Schicht des Tages-Outfits an den Körper. Das Essen steht ja noch bevor, da wäre es töricht, schon Kleidung anzulegen, die später noch sichtbar getragen wird. Das gilt übrigens auch für meine eigene Anzieh-Strategie.

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    Rückblick auf zwei Monate Elternzeit

    Vater und Tochter am Meer

    Karate-Küken übt den “Kranich-Style” und macht seinen Meister stolz.

    Ich habe das ganz schön gefeiert, als die imaginäre Kirchturmuhr an meinem letzten Arbeitstag vor der Elternzeit 18 Uhr geschlagen hat. Die Aussicht auf volle zwei Monate Urlaub macht schon Laune. Ich nenne es hier absichtlich “Urlaub”, denn arbeitsfreie Zeit, die man mit der Familie verbringt, ist auf jeden Fall eine Art von Urlaub. Wenn auch nicht unbedingt die Art, wo man lange schläft und Müßiggang betreibt und sich körperlich grunderholt. Zudem waren wir zwei Wochen tatsächlich in Urlaub. Für den gilt allerdings auch das aus dem Satz davor. So eine Elternzeit kann harte Arbeit sein, egal wo man sich aufhält. Aber eben schöne harte Arbeit. Der Fairness halber sei noch erwähnt, dass ich nicht zwei Monate lang mit Mini auf mich allein gestellt war, denn für sechs Wochen haben sich unsere Elternzeiten überschnitten.

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    Unsere erste Flugreise mit Baby: Mini goes Ireland

    Mein letztes Reisethema hier im Blog war unsere Hochzeitsreise nach Kanada. Damals zwar schon mit Kinderwunsch, aber noch ohne Kind und mit nur meiner Verpeiltheit als Handicap im Gepäck. Mittlerweile haben wir unsere erste Reise mit Kind hinter uns und dabei vollkommen neue Herausforderungen gemeistert. Ich wurde nach unserem zehntägigen Stadt-und-Land-Trip nach Irland von einigen Leuten ganz pauschal fragt, wie das so war, das Reisen mit Baby – 11 Monate alt war sie zu dem Zeitpunkt übrigens. Eine legitime Frage, aber eine nicht ganz pauschal zu beantwortende. Ich will es mal so vergleichen: Es ist ein bisschen, wie plötzlich mit Schaufel und Rechen zu essen, nachdem man ein Leben lang an Messer und Gabel gewöhnt war. Wir haben zwar die Art von Urlaub gemacht, wie wir es schon immer mochten, und es war ein total schöner, der uns viel Spaß gemacht hat. Doch war er auch ungleich umständlicher, anstrengender und teurer als sonst. Immerhin hatte die Reisegruppe Hamburg plötzlich eine Mitreisende, die nicht laufen kann, aber trotzdem Bewegungsdrang hat, höchst regelmäßig gefüttert werden will (und zwar nicht mit Pub-Food), die ebenso regelmäßig ein Schläfchen braucht, ständig ins Windelchen macht und eine Menge zusätzliches Gepäck verursacht. Die Airline hat uns den Gefallen getan, uns gleich auf der Hinreise um einen Teil unseres schweren Zusatzgepäcks zu erleichtern. Vielleicht war es auch die Schuld des Hamburger Flughafens, dass von unserem Kinderwagen nur der Sitz in Dublin ankam. Das Chassis ist bis heute verschollen. Doch dieser Geschichte werde ich beizeiten einen eigenen Artikel widmen, wenn sie dann mal abgeschlossen ist. (Das Schadensersatzverfahren läuft noch.)

    Hier und heute geht es um die Reise selbst. Es gibt bereits nach dieser ersten Reise im Familienverband eine Menge Erfahrungswerte und Tipps, die ich an frischgebackene, reisewütige Eltern weitergeben kann. Es geht aber nicht nur ums Kind (sorry, Kind), es geht auch um Irland, genauer gesagt Dublin und den Wicklow National Park. Und um Guinness. Aber der Reihe nach.

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    Das Projekt Kita-Eingewöhnung (Lass das mal den Papa machen)

    Eigentlich saß ich ja dort auf der Polstermatte, um Mini während den ersten Stunden Ihrer Eingewöhnung Sicherheit zu geben. Irgendwie schien es mir aber, als wäre ICH derjenige, der hier erstmal eingewöhnt werden muss. Während Mini sich nämlich, von neugierigen Kleinkindern umringt, pudelwohl zu fühlen schien, kam ich mir vor wie ein Museumsexponat. Ein bisschen auch wie ein Mensch unter Ewoks. Ich war nämlich nach dem neuen Baby plötzlich das Interessanteste im Gruppenraum der “Sonnenkinder”. Da standen sie im Halbkreis um mich herum, die tapsigen kleinen Wesen, guckten mich mit ihren Knopfaugen an, und sagten einfach nichts. Nachdem sich die kleine Gruppe wieder aufgelöst hatte, traf mich immer wieder aus unterschiedlichen Ecken des Raumes ein musternder Blick, ab und zu kam eines der Ewoks her zu mir, um mir irgendein Spielzeug zu zeigen oder um ein Buch mit mir anzugucken, oder einfach nur kurz mein T-Shirt vollzuschnoddern. Vom Exponat bin ich also innerhalb kürzester Zeit zum Hilfserzieher wider Willen befördert worden. Damit meine ich nicht, dass ich das widerwillig gemacht hätte, sondern eher … wie soll ich sagen … Es ist noch nicht allzu lange her, da war ich mir noch unsicher, ob ich überhaupt jemals so ein Kindertyp sein würde. Nun habe ich mich gerade mal an meine Vaterrolle und die neuentdeckten allerweichsten Seiten an mir gewöhnt – und schwupp bin auch schon im nächsthöheren Level.

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    #AllesfürsKind (Anekdote aus dem Vaterleben)

    Das Kind liegt trocken,
    das Kind liegt warm;
    die Eltern sind jetzt bitteram.

    Tschuldigung, der musste raus. Ich habe noch keinen Blogartikel mit einem Gedicht begonnen und ich habe auch schon seit Äonen kein Semikolon mehr benutzt. Jetzt gehts mir besser.

    Weniger wie Poesie, sondern mehr wie ein Biss mit spitzen Milchzähnchen kam unsere aktuelle Nebenkostenabrechnung daher. Es kam schon vor, dass man mal ein bisschen was nachzahlen musste, öfter aber kam es vor, dass man was erstattet bekam. Nun war das vergangene Jahr ja unser erstes mit Baby und klar haben wir mehr geheizt und wir haben auch definitiv mehr Wasser verbraucht als vorher. Wenn die Räume im Winter gerade warm genug waren, so dass Kindchen auf Fußbodenhöhe muckelig zumute ist, dann waren wir längst in T-Shirts. Wasch- und Spülmaschine laufen viel häufiger und wir duschen öfter, weil man mit Kind immer am Schwitzen ist. Andauernd am Schwitzen. Ein strenger Blick des Kindes reicht manchmal schon für nassen Rücken …

    Dass die NK-Vorauszahlung nicht ganz reichen würde, dachten wir uns also schon. Doch dass wir über 400 EUR zusätzlich verbrannt haben sollen, um es Mini auf unseren bescheidenen 80 qm gemütlich zu machen, war dann doch mehr als ich glauben konnte. Ich dachte, da stecken komische Umlage-Posten mit drin, gegen die ich protestieren kann. Ich habe informationshalber mal unsere nette Vermieterin angerufen, doch was soll ich sagen: Es sind nur Heizung und Warmwasser/Abwasser. Und ein bisschen auch die Grundsteuer. Ihr findet das noch nicht beunruhigend? Einen hab ich noch: Das war ja nur die NK-Abrechnung für 2016. Und Mini kam erst im Juni zur Welt. Die Nebenkosten für 2017 werden ein GANZES von Mini’s Lebensjahren beinhalten. Habe ich erwähnt, dass der Stromabschlag auch längst angehoben wurde?

    Ach komm, weil heute #FreakyFriday ist, schließe ich mit einem Bibelzitat: “Eher geht ein Kamel durch ein Nadelöhr, als dass ein Reicher in das Reich Gottes gelangt.” Danke, Mini. Du machst uns seelig.

    #AllesfürsKind

    Sie nennen es Schub, ich nenne es das Love-Hate-Update

    Habe ich schonmal über Entwicklungsschübe geschrieben? Auf jeden Fall schon hier und da im Kontext, aber einen ganzen Artikel habe ich noch keinem von Mini’s Schüben gewidmet. Das hat den Grund, dass noch kein Schub bislang so spektakulär und so stark war, wie ihr derzeitiger. Ich möchte soweit gehen und sagen, wir haben seit zwei Wochen ein anderes Kind. Oder zumindest hat unser Kind ein ziemlich krasses Softwareupdate bekommen.

    Da die Verhaltensänderung unmittelbar nach dem Krankenhausaufenthalt begann dachten wir zuerst, dass diese Woche im Krankenhaus mit all den verstörenden Erlebnissen sie mental aus der Bahn geworfen hätte. Und dass sie sich noch von der Krankheit selbst geschwächt und durch den Wind fühlt.

    Zuckerbrot und Peitsche

    Was nämlich plötzlich ihr Verhalten dominierte – und es immernoch tut – sind schnelle Stimmungsschwankungen und vor allem enorme Ausschläge des Stimmungsbarometers in beide Richtungen, wie wir sie noch überhaupt nicht kannten von ihr. Konkret ist das eine extreme Anhänglichkeit in unser beider Richtung. Sie will andauernd am liebsten auf dem Arm oder dem Schoß sein, sie hat plötzlich begonnen, sich richtig an uns zu kuscheln und aktiv Kuscheleinheiten und Geschmuse einzufordern. Sie klammert sich an unsere Hosenbeine, schmiegt sich an uns und reagiert ganz emfpindlich auf absetzen oder alleine gelassen werden. Wir interpretierten diese neuen Anwandlungen zuerst als Resultat aus der intensiven Zuwendung, die sie 24/7 im Krankenhaus von uns beiden bekommen hatte.

    Zum anderen fängt sie wiederum wegen Nichtigkeiten – und manchmal auch ganz ohne erkennbaren Grund – an, loszuheulen. Mal herzzerreißend leidend und mal als ausgewachsenen Wut- und Trotzanfall. Das kann ausgelöst werden durch Nichtbeachten ihrer Majestät, durch das Verbieten von etwas oder wenn sie etwas weggenommen bekommt, durch hochnehmen, obwohl sie sitzen bleiben wollte, und so weiter. Es kommt auch vor, dass sie auf dem Boden hockt, brüllt und mit dem Kopf auf den Boden hämmert. Kein Witz. Da ist der hässlliche Teppich endlich mal von echtem Nutzen. Sonst dienst er nur als Saugschicht für Sabber, Pippi und Essen.

    Der Fachmann sagt, das muss so

    Wie gesagt, wir kannten Mini so überhaupt nicht. Weder die Kuschelseiten noch die Trotzigkeit in diesem Ausmaß. Wir haben uns tatsächlich ein bisschen Sorgen um ihre Psyche gemacht, bis wir dann auf die Idee gekommen sind, mal das “Hilfe, ich wachse” Buch aus dem Regal zu holen, das die Entwicklung des Babys im ersten Jahr, nach Lebenswochen gegliedert, beschreibt. Und sieheda. Was da als typisch für den Schub um die 53. Lebenswoche herum aufgezählt wurde, klang wie ein Tagebucheintrag über die letzte Woche in unserem Zuhause. Anscheinend beginnt das Kind in dieser Phase – zu Beginn des zweiten Lebensjahres – sich an Abläufe als Ganzes zu erinnern und Handlungen als Beginn oder Teil eines Ablaufs zu erkennen. Als Beispiel: Wenn ich mit ihr ins Bad gehe und ihre Zahnbürste nehme, dann ist das – laut Buch – kein isoliertes Ereignis mehr, sondern dann weiß sie schon gleich, was als nächstes alles passieren wird: Zahnpasta drauf, dann schrubbelt Papa kurz an den Zähnchen rum, dann kriegt sie die Bürste in die Hand, darf damit Unsinn machen und dann wird der Mund mit dem Handtuch abgewischt.

    Allgemein macht das Gehirn des Kindes wohl in nächster Zeit einen enormen Entwicklungsschub durch und wird in in diesem Zuge auch stark an Größe zulegen.

    So siehts also aus. Einerseits ist das total schön, wenn sie so kuschelig ist, da wird mir immer ganz warm ums Herz. Andererseits bezahlt man das nicht viel später wieder mit Ausschreitung. Füttern und selber essen ist auch wieder schwieriger geworden, als es mal war. Stillsitzen ist noch ein größeres Problem als es schon immer war. Wenn sie noch nicht satt ist, aber vor Hibbeligkeit das Essen verweigert, dann weiß ich manchmal nicht weiter. Gib ihr ein bisschen Fingerfood, gib ihr nen eigenen Löffel, mach ein bisschen Faxen, nimm sie mal “aus der Situation heraus” (der Spruch ist schon ein kleiner Running-Gag bei uns daheim). Das alles kann helfen, muss aber nicht. Aber einen Trost gibt es: Es ändert sich alles sowieso bald wieder und ein kleiner Rückschritt in einem Bereich ist bei einem anstehenden Fortschritt ganz normal.

    Was habt ihr so für Erfahrungen mit diversen Schüben und deren Nebenwirkungen gemacht?

     

    PS: Die Fachwelt sagt übrigens: Sich-selbst-schlagen oder Kopf-auf-den-Boden-schlagen sind Forderungen nach Beachtung. Diese nicht mit Schimpfen oder Hochnehmen honorieren, sondern versuchen, das Kind mit irgendetwas abzulenken.

    Mini hat Lungenentzündung – willkommen im Ausnahmezustand

    Ich sags euch, Eltern sein ist mein härtester Job bisher. Woanders lernste einmal dein Handwerk und dann weißte mehr oder weniger wie es funktioniert. Aber so ein Kind hat regelmäßig etwas vollkommen Neues parat, was einen vor unbekannte Herausforderungen stellt. Jüngstes Beispiel: Ein Ausnahmezustand namens Lungenentzündung, verbunden mit acht Tagen Krankenhaus. Vier Nächte war Mum bei ihr, vier Nächte ich. Das Kind an Kabeln und Schläuchen, Körperfunktionen auf dem Monitor, Eltern auf dem beschissensten Gästebett aller Zeiten, Angst, Schlafmangel. Aber der Reihe nach.

    Wie man eine normale Erkältung gemeinsam übersteht wussten wir ja schon. So eine hatte Mini vor drei Wochen mal wieder erwischt. Richtig auskuriert war die irgendwie nie, aber auch kaum noch da. Einige Tage später kam dann plötzlich die Bindehautentzündung in beiden Augen. Das war schonmal was Neues, aber nicht tragisch – auch wenn das Tropfen-in-die-Augen-Tropfen jedes Mal eine an Tragik und Weltschmerz nicht zu überbietende Szene war. Wenn sie nur gewusst hätte, was danach alles auf sie zukommt.

    Begleitet wurde die Angelegenheit von einem Auf und Ab an leichtem bis mittlerem Fieber, leichter Mattigkeit und schlechtem Ess- und Trinkverhalten. Wir haben das darauf geschoben, dass sie wahrscheinlich Halsweh hat und keinen Bock zu schlucken – das kannten wir schon. Überhaupt ist man ja bei Krankheit gerne mal etwas apettitloser. Außerdem muss man sich ja nicht gleich die größten Sorgen machen. So ein Baby ist schließlich auch nur ein Mensch.

    Die Augen waren innerhalb 24 Stunden wieder okay und wir dachten schon, sie hat jetzt alles mal wieder überstanden. Auch wenn das Fieber nicht ganz verschwinden wollte. Sie war an jenem Mittwoch Nachmittag noch so gut drauf, dass wir zuerst einmal nicht Böses vermuteten, als Richtung Spätnachmittag plötzlich alles schlechter wurde. Weiterlesen

    1 Jahr “We are Family” – Mini, Mum und Dad feiern Zwölfmonatiges

    Is schon soweit? Jetzt schon ein Jahr rum? Kinners und ich hab noch gar nichts vorbereitet. Mum natürlich schon. Die hat für Mini Geschenke gekauft, liebevoll verpackt (damit Mini das damit tun kann, was sie am liebsten tut), einen Geburtstagskuchen gebacken, eine Karte geschrieben und das Esszimmer auch ein wenig dekoriert. Was man halt so macht, damit Mini ihren allerersten Geburtstag (zumindest den ersten ohne Geburt) in wunderschöner Erinnerung behält. Und ich… ich hab noch nicht einmal einen lausigen Blogartikel für sie. Also sitze ich hier am Vorabend der Jubiläumssause und denke über die vergangenen zwölf Lebensmonate unserer kleinen Pupsfrikadelle nach.

    Aus einem hilflosen, winzigen, stillen Würmchen ist eine hilflose, stramme, ziemlich laute Randalefee geworden. In regelmäßigen Abständen haben wir uns über eine neue Fähigkeit oder Weiterentwicklung gefreut. Je älter sie wurde, desto häufiger gab es solche Anlässe. Der erste Meilenstein war die Gewichtszunahme nach schwierigen ersten Wochen. Dann hat sie irgendwann plötzlich das erste willkürliche Lächeln gezeigt, was noch viel schöner war, als das süße Engelslächeln über das wir uns jedes Mal gefreut haben. Ich erinnere mich auch noch genau an den Moment, in dem es mir durch zum-Affen-machen am Wickeltisch gelang, ihr das erste richtige Kinderlachen zu entlocken. Da kam Mum ins Zimmer gestürmt: “Wie süüüüß! Wie haste das denn gemacht?” Tja, da zahlt sichs aus, dass ich früher schon ein Klassenclown war.

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    Mit Mini allein zuhaus: Mum’s Fazit nach 10 Monaten

    Mum_LabelGar nicht mehr lange, und Mini macht das erste Jahr voll. Der April war der letzte von 10 Monaten, den wir zwei ganz alleine zusammen verbracht haben. Also das heißt im Alltag, wo Dad den ganzen Tag weg von zuhause ist. Ich habe beschlossen den Monat ganz intensiv zu genießen, denn ab Anfang Mai hat Dad bereits frei, bevor Mitte Mai seine zweimonatige Elternzeit beginnt. Den Mai haben wir noch komplett gemeinsam, da wird vor allem viel gereist: Besuche bei den Großeltern und die erste Flugreise im Familienverband steht an: nach Irland!  Ab Juni dann beginnt die Eingewöhnung im Kindergarten, welche Dad übernehmen wird. Gut so, denn ich wäre da wahrscheinlich mit zu vielen Emotionen dabei. Ab Mitte Juni werde ich dann zurück in die Arbeitswelt kehren. Dem schaue dem mit einem lachenden und einem weinenden Auge entgegen. Ich freue mich darauf,  wieder mal „anders gefordert“ zu werden und auf Gespräche mit Leuten außerhalb der „Mum-Community“.

    Natürlich bin ich auch ganz schön traurig, dass das Jahr so schnell vorbeigegangen ist. Mini und ich werden wohl nie wieder so eine intensive gemeinsame Zeit haben. Und soll sie tatsächlich schon in den Kindergarten? Sie ist doch noch so klein! Und werden sich die Erzieherinnen auch gut um sie kümmern? Und klappt es dort mit dem Essen und dem Schlafen? Die Sorgen einer Mutter, wenn sie plötzlich loslassen muss.

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