Kategorie: Reisen (Seite 1 von 4)

Familienurlaub 2018, Teil II: Eine Woche auf dem Bauernhof

Wie im Bilderbuch: Menschenkind füttert Mäh-Kind.

Wie im Bilderbuch: Menschenkind füttert Mäh-Kind.

In Teil 1 meiner diesjährigen Familienurlaub-Serie hatte ich es ja bereits schamlos gespoilert, denn es war schon in trockenen Tüchern: Unser erster Familienurlaub 2018 führt uns auf einen Bauernhof in der Lüneburger Heide. Die Regel mit dem Spannungsbogen beim Textaufbau missachte ich jetzt komplett, denn ich muss es loswerden: Wir haben dieses Mal alles richtig gemacht! Wir glaubten, es würde automatisch ein entspannter Urlaub, wenn das Kind ausgelastet und damit ausgeglichen ist – und hatten Recht. Zudem hat sich unsere Ahnung bestätigt, dass auch wir Eltern einen echten Bauernhofurlaub mit ohne Zivilisation, dafür mit viel Stallgeruch, abfeiern werden. Die Woche war einfach wunderschön. In jedem Punkt.

Weiterlesen

Nachsitzen mit Strafarbeit: Flüge vergleichen

Heute gehen wir seit langem mal wieder komplett Offtopic. Ich muss mich mal eben konstruktiv aufregen. Wie ihr aus meinem letzten Artikel wisst, habe ich mich gerade intensiv mit dem Thema Familienurlaub auseinandergesetzt. Was mich dieses Mal wirklich den letzten Nerv gekostet hat, war die Flugsuche. Ich spoilere mal den Teil II meiner „Familienurlaub 2018“-Serie: Es geht darum, von Hamburg nach Südfrankreich zu fliegen. Was als Direktflug anscheinend nur mit easyjet möglich ist, an nicht allen Wochenentagen und zu teilweise beschissenen Zeiten. Wir leben tatsächlich in Hör- und Sichtweite eines Großstadtflughafens, der den gesamten französischen Süden nur mit dieser einen Verbindung als Direktverbindung bedient. Die Suche nach in Sachen Flugzeiten und Reisedauer halbwegs familienfreundlichen Alternativen führte mich zu den großen Markenfluglinien, bei denen das Ticket gern mal so viel kostet wie ein Flugzeug. Es war eine echte Strafarbeit. Hätte mir ne Sauerstoffmaske über dem Schreibtisch gewünscht.

Flüge suchen schwer gemacht

Findet eigentlich noch jemand außer mir, dass die Flugsuche, beziehungsweise Flugpreise vergleichen, eine absolut fürchterlich disfunktionale Angelegenheit ist? Die laut Fernsehwerbung ach so einfache schnelle Flugsuche ist in Wirklichkeit ein scheiß Alptraum, finde ich. Ich habe sie alle benutzt: fluege, momondo, expedia, swoodoo, opodo, kiwi – kannste in die Tonne treten, alle zusammen in eine. Unzureichend berücksichtigte Suchvorgaben und vieldeutige Preisangaben in den Ergebnissen machen die Sache langwierig und umständlich. Keines dieser Suchportale lieferte mir das, was sie eigentlich versprechen: übersichtliche, schnelle Flugsuche und erst recht nicht den günstigsten Flug!

Der falsche Preis

Korrigiert mich, aber nach meiner Definition ist das günstigste Angebot jenes, das mich am wenigsten Geld kostet. Wie die das definieren, weiß ich nicht, ich weiß nur, dass es mich bei einer Plattform ca. 50 Euro mehr gekostet hätte, den Flug über die Plattform zu buchen, anstatt auf der Airline-Website direkt. Der Grund: Günstiger ist der Flug über die Platform nur, wenn ich die Bezahlung mit deren todesdämlicher Promotion-Kreditkarte vornehme, also eine „Mopodopedia VISA Prepaid deluxe“ oder so. Ja, Prepaid, das ist tatsächlich die Kartenart gewesen. Wer will schon sowas? In diesem Falle wären 90 Euro Rabatt abgezogen worden und nur so wäre der Preis günstig gewesen. Natürlich ist DAS der Preis, der in den Suchergebnissen präsentiert wird, weil diese nichtsnutzige Karte per Default als Zahlungsmittel eingestellt ist. Natürlich hätte ich das Zahlungsmittel in den Suchparametern vorab ändern können, wäre mir das Problem bewusst gewesen, aber: Wie viele blöde Parameter soll ich denn noch ändern?

Weiterlesen

Familienurlaub 2018, Teil I: neues Jahr, neue Herausforderungen

Schon seit Jahresbeginn liegt das Thema Familienurlaub 2018 in der Luft und zieht seine Kondensstreifen durch unsere Köpfe. Wir planen schon früh, weil die Zeitfenster für die Urlaube bereits feststehen, Flüge nicht billiger und Unterkünfte nicht zahlreicher werden – und weil wir mit Kleinkind einfach bei weitem nicht mehr so flexibel sind, wie früher. Das gilt für die Art und Lage der Unterkunft, für die Flugzeiten und auch für die Art von Urlaub. Wir geben uns lieber eine Menge Vorlaufzeit, um uns zu überlegen, wie wir maximale Entspannung rauszuholen. Das ist nämlich Prio 1: Entspannung. Muss. Sein.

Dabei haben wir noch keine Ahnung, wohin es gehen könnte. Bis jetzt wissen wir nur, dass wir eine Woche im Frühjahr und zwei Wochen im Hochsommer haben. Und dass wir gerne an ein Meer wollen, das nicht die Ost- oder Nordsee ist – oder das schwäbische Meer.

Die Voraussetzungen unseres Irland-Urlaubs im vergangenen Jahr gelten nicht mehr, denn Mini ist jetzt viel größer, schwerer, hat durch das Laufen einen viel größeren Aktionsradius und durch ihre Entwicklung überhaupt ganz andere Ansprüche an artgerechte Haltung. Stadt erkunden, shoppen, wandern – die Reise könnten wir in der Form heute mit ihr nicht mehr machen.

Weiterlesen

Unsere erste Flugreise mit Baby: Mini goes Ireland

Mein letztes Reisethema hier im Blog war unsere Hochzeitsreise nach Kanada. Damals zwar schon mit Kinderwunsch, aber noch ohne Kind und mit nur meiner Verpeiltheit als Handicap im Gepäck. Mittlerweile haben wir unsere erste Reise mit Kind hinter uns und dabei vollkommen neue Herausforderungen gemeistert. Ich wurde nach unserem zehntägigen Stadt-und-Land-Trip nach Irland von einigen Leuten ganz pauschal fragt, wie das so war, das Reisen mit Baby – 11 Monate alt war sie zu dem Zeitpunkt übrigens. Eine legitime Frage, aber eine nicht ganz pauschal zu beantwortende. Ich will es mal so vergleichen: Es ist ein bisschen, wie plötzlich mit Schaufel und Rechen zu essen, nachdem man ein Leben lang an Messer und Gabel gewöhnt war. Wir haben zwar die Art von Urlaub gemacht, wie wir es schon immer mochten, und es war ein total schöner, der uns viel Spaß gemacht hat. Doch war er auch ungleich umständlicher, anstrengender und teurer als sonst. Immerhin hatte die Reisegruppe Hamburg plötzlich eine Mitreisende, die nicht laufen kann, aber trotzdem Bewegungsdrang hat, höchst regelmäßig gefüttert werden will (und zwar nicht mit Pub-Food), die ebenso regelmäßig ein Schläfchen braucht, ständig ins Windelchen macht und eine Menge zusätzliches Gepäck verursacht. Die Airline hat uns den Gefallen getan, uns gleich auf der Hinreise um einen Teil unseres schweren Zusatzgepäcks zu erleichtern. Vielleicht war es auch die Schuld des Hamburger Flughafens, dass von unserem Kinderwagen nur der Sitz in Dublin ankam. Das Chassis ist bis heute verschollen. Doch dieser Geschichte werde ich beizeiten einen eigenen Artikel widmen, wenn sie dann mal abgeschlossen ist. (Das Schadensersatzverfahren läuft noch.)

Hier und heute geht es um die Reise selbst. Es gibt bereits nach dieser ersten Reise im Familienverband eine Menge Erfahrungswerte und Tipps, die ich an frischgebackene, reisewütige Eltern weitergeben kann. Es geht aber nicht nur ums Kind (sorry, Kind), es geht auch um Irland, genauer gesagt Dublin und den Wicklow National Park. Und um Guinness. Aber der Reihe nach.

Weiterlesen

Driving home for Christmas oder: Vor’m Christkind kommt der Endgegner

Ich weiß jetzt, was es bedeutet, mit Kind und Kegel – genauer gesagt Kind und Frau, keine Ahnung, warum man Kegel sagt – in die Weihnachtsferien zu fahren. Unser heutiger Vormittag hätte auch das Filmskript für eine kitschige amerikanische Weihnachtskomödie sein können. So in Richtung Chevy Chase packt den Riesenkombi voll, natürlich unter Mitnahme aller denkbaren Widrigkeiten. Wir waren so ein Klischee während den arbeitsreichen Stunden zwischen 5 Uhr morgens und 13 Uhr, dass es schon wieder witzig war. Bevor jetzt ein falsches Bild entsteht: Wir haben natürlich nicht acht Stunden zum Beladen des Autos gebraucht. Das Konzept war ganz einfach: den Vormittag des 23.12., meinem ersten Urlaubstag, wollten wir ganz entspannt für sämtliche Reisevorbereitungen nutzen und einfach irgendwann um Mittag herum losfahren, wenn wir eben fertig sind. Vom Prinzip her hat das auch genau so geklappt, Mum und ich hätten nur nicht gedacht, dass es so anstrengend werden würde. Und Mini dachte wohl nicht, dass sie dabei so wenig hilfreich sein würde. Sie hat sich nämlich wirklich Mühe gegeben, durch penetrante Schrei- und Zetergeräusche, von ihrem Aussichtspunkt aus die Abläufe zu beschleunigen. Woher soll sie auch wissen, dass sie sich dabei auf der falschen Seite der feinen Linie zwischen helfen und nerven befand.

Weihnachtsferien heißt in diesem Fall, für gerade mal vier Tage zu den Schwiegereltern ins Nachbarland Meck-Pomm an die Ostsee zu fahren. Das ergibt zwar ein paar Kilo weniger Gepäck zum Schleppen, als bei einer richtigen Ferienreise, aber der Vorbereitungs- und Packaufwand ist der Gleiche. Der Optimist in mir schätzte die voraussichtliche Abfahrtszeit auf 11 Uhr, schlechtestenfalls 12 Uhr. Er erwartete einen easygoing Vormittag mit einem bisschen Kind anziehen hier, einem bisschen packen da, ein paar Gängen in die Tiefgarage und einem entspanntes Frühstück irgendwo dazwischen. Schließlich würden wir riesig viel Zeit haben, da der Tag lange vor Sonnenaufgang beginnen würde, wenn der Hahn – beziehungsweise das Küken – zum Morgenappell kräht.
Weiterlesen

Seit 3 Monaten Dad – trag mich, bespaß mich, gib mir Tiernamen!

Drei Monate sind so eine kurze Zeitspanne und doch kann sich so unglaublich viel währenddessen verändern. So wurden seit Mitte Juni aus ca. 3200 Gramm winziger, zerbrechlicher, dauerschlafender Mini über 6000 Gramm moppelige, robuste, quietschfidele Mini. Wenn ich an die Anfangswochen zurückdenke, als wir sie noch andauernd wecken mussten, damit sie ihre Ration von in stundenlangen Sessions abgepumpter Muttermilch trank. Wie wir uns freuten, als sie endlich sichtlich zunahm, mehrere Stunden am Tag wach war und die ersten leichten Zeichen von Interaktion zeigte.

Mittlerweile haben wir einen Tagesrhytmus etabliert, bereits zwei der berüchtigten „Schübe“ hinter uns und alle Hände voll zu tun, die kleine Dame tagsüber altersgerecht zu bespaßen. Mittlerweile rechnen wir nämlich nicht mehr in Wachphasen, sondern ihr Tag, der von ca. 6:00 bis 19:00 Uhr dauert, ist eigentlich eine einzige Wachphase, unterbrochen von einem längeren Mittagsschläfchen und vereinzelten 20-Minuten-Powernaps. Dazwischen straft sie uns bei aufkommender Langeweile, oder einfachem Nähebedürfnis, mit penetrantem Quäken. Wer darauf nicht hören will, der muss eben fühlen – und zwar Schmerzen im Trommelfell. Da kommt man nicht davon, da bleibt nur das stundenlange Rumtragen oder Bespaßen des Mäuschens, des Äffchens, der Ziege, des Pupsodils. (So viel zu den Tiernamen. Und das waren längst nicht alle.)

Es könnte so einfach sein. Isses. Aber. Nicht.

Man könnte jetzt meinen, dass es doch toll ist, wenn sie endlich soweit ist, dass sie spielen möchte, interagieren möchte, dass man tatsächlich was mit ihr anfangen kann. Und ja, es ist ganz fantastisch, jede Woche eine neue Fähigkeit, einen neuen Fortschritt, oder auch einfach nur ein neu erwachtes Interesse an irgendwas zu beobachten. Doch was es schwierig macht: „Spielen“ beschränkt sich auf recht einseitiges (nämlich elternseitiges) Bewegen von Spielzeug und Greifen üben. Ein wenig vorsichtiges Rumturnen geht auch. Und „interagieren“ beschränkt sich auf Baby zum Lachen bringen oder Baby’s Geräusche nachahmen, so dass ein tolle Zoo-Atmo entsteht. Alles herzallerliebst, wirklich, nur ist man mit jedem Programmpunkt nach kurzer Zeit durch, da die Konzentrationsspanne und körperliche Ausdauer von Mini noch sehr begrenzt sind. Das merkt man daran, dass sie quäkig wird und nicht mehr mitmacht. Wach ist sie aber trotzdem und bis zum nächsten Fläschchen sind es noch zweieinhalb Stunden. Was also tun mit der Kollegin, die nicht mehr als Zuckungen, Grimassen, Tierlaute und Sabberblasen zustande bringt?

Weiterlesen

Sie nannten es „Rückbildungsyoga“

Mini_Label(by Mum) Leute, also heute habe ich wieder was erlebt. Ich war unfreiwilligerweise beim Rückbildungsyoga. Hamburg ist echt so ein Pflaster, das gibt bestimmt nur hier, sowas. Okay, ich muss euch das erzählen:

Mum hat mich so gegen 10 Uhr fertiggemacht und in den Kinderwagen gelegt. Ich dachte während der ersten Viertelstunde Rumgeschaukel auch „Yeah, eine Runde spazieren“. Doch dann machte sie irgendwann an einem Gebäude halt, parkte meinen Wagen und hiefte mich ein paar Treppen hoch. Plötzlich war ich mit drei anderen Mums und ihren Frischlingen in einem Raum, in dem sie dann Matten und Sitzkissen auf dem Boden verteilten. Ich wurde auch auf so einer Matte abgelegt und wusste gar nicht was das soll. Ich hab‘ beschlossen erstmal zu heulen. Mum hat mich dann aber hin-und her geschaukelt und den Nucki reingeschoben – dann gings.

Baby auf Yogamatte beim RückbildungsyogaIn der Mitte stand eine nette Frau, sie stellte sich als „Yogalehrerin“ vor. Ich hatte keine Ahnung, was das sein soll, aber plötzlich fingen die Mums an lustige Bewegungen zu machen und ganz laaauuut und tiiieeef zu atmen. Manchmal hatten sie dabei die Augen auf, manchmal zu. Manchmal haben sie das im Stehen gemacht, manchmal im Sitzen und manchmal im Liegen. War echt putzig anzusehen. Weiß gar nicht, warum die bei mir immer lachen, wenn ich mich auf der Spieldecke verausgabe. Irgendwann wurde es mir zu doof und ich bin eingepennt. Eine Stunde später wurde vor dem großen Zusammenpacken noch zehn Minuten lang bei Entspannungsmusik gekuschelt. Das war schööön.

Ich weiß leider immernoch nicht was das alles sollte. Aber Mum sagt, dass sowas total wichtig und gut für sie ist. Naja, dann werde ich sie auch weiter dorthin begleiten. Denn vier weitere Termine folgen wohl noch. Ich frage mich gerade, was eure Mütter denn mit euch so machen. Habt ihr irgendwelche spannenden Tipps? Vielleicht etwas, wo ich auch mal mitmachen darf?

Mini’s Top 5 Tipps an Neugeborene für die ersten Lebenswochen

Mini_LabelMoin Kollegen! Wenn ihr gerade erst aus dem Floatingtank rausgeschlüpft seid, oder schon einige Tage draußen, dann hab ich ein paar heiße Tipps für euch zum Thema Eltern-Handling. Ich bin jetzt volle zehn Wochen im Babybusiness und habe mittlerweile so viel Scheiß gesehen, dass ich heute mal ein bisschen Weisheit weitergeben möchte. Es ist nämlich manchmal nicht einfach mit den Großen. Sie wecken dich mitten im schönsten Tiefschlaf auf, weil sie meinen, du musst was trinken, sie fummeln ewig an dir um, bis mal der Popo wieder trockenliegt und das neue Leibchen sitzt, sie strapazieren deine Nerven, wenn sie nicht kapieren, was du von ihnen willst. Das alles gehört dazu. Allerdings gibt es ein paar einfache Tipps, mit denen ihr die ersten Lebenswochen von eurer Seite aus ein bisschen einfacher gestalten könnt.

Okay, los geht’s mit meinen Tipps:

Tipp 1: Die beiden, die du nicht mehr los wirst, nachdem du deinem gemütlichen Floatingtank tschüß sagen musstest, die nennen sich Eltern. Die beiden sind ab sofort deine direkten Ansprechpartner für alles. Hunger, müde, Windel voll, aua, langweilig oder einfach aggro, sie müssen sich drum kümmern.

Tipp 2: Wenn du irgendwas brauchst, schrei gleich richtig. Nicht erst vorsichtig fragen. Vor allem nachts dauerts nur umso länger, bis du endlich was zu saufen kriegst, wenn du ihnen die Option lässt, weiter zu schlafen. Du wirst sicher den einen oder anderen genervten Blick ertragen müssen, aber die müssen das lernen, dass deine Befehle – und seien sie noch so banal – unverzüglich befolgt werden müssen.

Tipp 3: Kacka und Pipi machen, wenn du eh schon auf dem Wickeltisch liegst. Das erspart dir das erneute Rumgezuzppel auf dem Wickeltisch und überhaupt ein paar Stunden in der vollen Windel, bis es endlich einer merkt. Egal, ob du auf der blanken Wickelunterlage liegst, auf deinem frischen Strampler oder der frischen Windel, lass es kommen. Es gibt erstmal großes Geschrei und lustige Klagelaute von den Eltern, aber am Ende nehmen sie es mit Humor.

Tipp 4: Sei nachsichtig mit ihnen, wenn sie es mal wieder nicht checken, was du brauchst. Es kann dir vor allem in den ersten Wochen passieren, dass sie deine eindeutigen Ansagen nicht verstehen. Zum Beispiel schreist du klar und verständlich „Bring mir was zu saufen!“ und sie fangen an, dich zu windeln, weil sie dich doch „gerade erst“ gefüttert haben. Oder du brüllst „Trag mich rum!“ und die versuchen dich zu füttern. Das wird alles besser, die lernen deine Sprache. Also contenance bewahren, wenn’s mal wieder länger dauert. Übertreibst du es nämlich mit dem Geschrei, dann denken sie noch, du brauchst nen Arzt und dann geht das ziemlich nach hinten los. Dann kriegst du weder Futter noch Schlaf, sondern nen Arztbesuch.

Tipp 5: Wichtigste Regel: Alles, was du machst, ist süß. Habe keine Hemmungen, sie finden (noch) alles an dir süß. Und wenn du es doch mal übertreibst, dann greift die Regel aller Superstars: Lächeln und winken. Lächel sie an, von deinem vollgepischerten Wickeltischchen aus, während sie mit nassen Papiertüchern jonglieren. Lächel sie an, nachdem du auf Papa’s dunklen Lesesessel einen formschönen weißen Kotzfleck gemacht hast. Sie sehen dein Lächeln und verzeihen dir absolut alles. Noch ein bisschen lustig zappeln dazu, das unterstreicht wie hilflos du noch bist und dass du also überhaupt gar nichts dafür kannst.

Das waren meine Top 5. Nicht spektakulär, aber ganz gut zu wissen. Viel machen könnt ihr eh noch nicht, ihr seid total abhängig. Aber Kopf hoch – vorerst natürlich im übertragenen Sinne – wenn ihr erstmal in mein Alter kommt, dann wird die Sache rapide interessanter. Habe ich etwas Essentielles vergessen? Postet hier gerne in den Kommentaren eure eigenen Tipps!

Wenn’s an der Milchbar nicht klappt – ein Erfahrungsbericht über Fläschchen statt Stillen.

Mum_LabelMit dem Stillen ist das ja so eine Sache. In den vergangenen Jahrzehnten hat sich die Einstellung der Frauen – der Mütter – zum Stillen immer wieder geändert: Mal ist es das „Natürlichste, Gesündeste und Unbedingteste“ und wird in keinem Fall in Frage gestellt. Mal sind die Frauen nicht so dafür. Entweder um sich nicht von dem Kind abhängig bzw. das Kind nicht von sich abhängig zu machen. Oder sie wollen einfach keine „hässlichen“ Brüste vom Stillen bekommen. Aktuell ist das Stillen absolut „in“. Selbst Promi-Mamis wie Alyssa Milano, Gisele Bündchen und Pink posten auf Instagram oder Facebook Bilder von sich und ihren Lütten beim Stillen.

Vor der Geburt von Mini habe ich gar nicht groß über das Thema nachgedacht. Für mich war das total klar: Es ist die natürlichste und gesündeste Nahrung für’s Baby, es stärkt die Bindung zwischen Mutter und Kind von Anfang an und es kostet nichts …

Wenn die Natur es nicht von alleine regelt

Nun ja. Der Beginn unserer Stillbeziehung war auch ganz vielversprechend. Raus aus dem OP, rein in den zart-grün gestrichenen Kreißsaal, angedockt. Mini hat gleich gecheckt, was zu tun ist. Gutes Mädchen! Ich habe Käsestullen gereicht bekommen, weil ich ja den ganzen Tag nicht trinken und essen durfte. Ein Bild des Friedens: Ich schnabuliere Brote und Mini meine sogenannte Vormilch. Es hätte alles so schön sein können. Aber denkste! Mini hat den ganzen restlichen Tag und auch die folgende Nacht durchgepennt. Keine der betreuenden Hebammen hat mal nachgefragt und der Anfängermutter gesagt, dass man das Kind mal zum Trinken wecken sollte. Ich dachte eben, Mini ist einfach erschöpft von der Geburt und meldet sich schon, wenn sie was braucht. Am nächsten Morgen dann das große Wiegen und die Feststellung einer anderen Hebamme „ganz schön viel Gewicht verloren….und leicht gelb ist sie auch“. Aha. Danke. Und jetzt? „Stillen Sie auch gut?“ fragte sie noch. „Ähm.. nee!“. Also Mini angelegt und sie zutschte los. Das Problem war nur, dass sie ständig eingeschlafen ist dabei, und wenn das nicht, dann hat sie an der falschen Stelle (also um den Nippel herum) gesaugt. Weiterlesen

Seit 8 Wochen Dad – über Schlafmanagement und murkelnde Zombieküken

Gestern war Mini zwei Monate alt. Seit meiner ersten Bestandsaufnahme, zehn Tage nach Mini’s Geburt, sind wieder ca. 50 Tage vergangen und eine Menge hat sich getan. Es wurden – grob überschlagen – 35 Liter Pre-Milch verfüttert, 350 Windeln gewechselt, dabei 1.750 Feucht- und Trockentücher verbraucht, 500 Bäuerchen gemacht und 5.000 Pupse gelassen (ausschließlich durch Mini, wie ich betonen möchte – sonst wäre die Zahl höher). Zudem wurden beim beruhigenden Herumtragen vermutlich 15.000 Meter Laufstrecke durch die Wohnung absolviert sowie mindestens eine Million Fotos von Mini geschossen. Okay, ein paar Hundert waren es auf jeden Fall.

Das klingt nicht nur nach einem Vollzeit-Job, das ist es auch. Den mitlesenden Eltern erzähle ich hier nix Neues, den Eltern in spe habe ich hoffentlich die Illusion genommen, dass es einfach wird. Falls die überhaupt jemand hat. Noch nichteinmal ich dachte das, obwohl ich sonst an die meisten Dinge mit einer wird-halb-so-wild-Einstellung herangehe. Ich habe sicherheitshalber mit dem Schlimmsten gerechnet. Mit der absoluten Erschöpfung, dem totalen Untergang meines Lebens wie ich es kannte. Das wiederum war auch übertrieben, jedoch vermutlich eine gute Strategie, denn ich bin positiv überrascht, wie wenig schlimm es bisher ist. Also mit der Belastung jetzt. Das Kind an sich ist natürlich eh nicht schlimm, sondern der nackte Überwahnsinn. Eine Menge Dinge rund um unsere kleine Hoheit gehen leichter und intuitiver von der Hand, als ich vermutet hätte. Dazu kommt, dass wir tatsächlich mit einem anfängerfreundlichen Kind gesegnet sind: Sie ist kein Schreikind, sie mag das Wickeln, sie mag das Baden, sie hat keine übertriebenen Koliken und reagiert auf wenigstens ein paar Beruhigungstaktiken. Das darf man eigentlich gar nicht erzählen, denn vermutlich zieht man den Zorn unzähliger Eltern auf sich. Dennoch bleibt eine ganze Menge Arbeit und Zeitaufwand übrig. Ich habe mich schon oft gefragt, was wir eigentlich vorher in all den Stunden des Tages gemacht haben, die wir jetzt pro Kopf mit dem Bepuscheln von Mini zubringen, oder mit der Erledigung von zusätzlichen Hausarbeiten wie Milch machen, Fläschchen spülen, Babyutensilien in der Wohnung einsammeln, Wickeltisch aufräumen, Schlaf nachholen.

Wir sind uns jedenfalls einig: Hut ab vor allen Alleinerziehenden. Allemal vor Alleinerziehenden mit zwei oder mehr Kindern. Gar nicht zu sprechen von Alleinerziehenden mit Schreikind. Ein solches ist ja für Paare schon eine extreme nervliche Herausforderung. Auch wenn Mini relativ friedlich ist, sie hat ihre ganz eigenen Nervmethoden, uns um den Schlaf zu bringen und die Harmonie im Hause zeitweise erfolgreich zu torpedieren. Weiterlesen

Ältere Beiträge

© 2019

Theme von Anders NorénHoch ↑