Equipment-Check #2: das Beistellbettchen, das ein Stubenwagen ist

BabybettchenIst es nun ein Beistelbettchen oder ein Stubenwagen? Da sind sich die Anbieter wohl untereinander nicht ganz einig. Es gibt die reinen Stubenwagen, die nur als Tagesbettchen gedacht sind und dann gibt es die reinen Beistellbettchen, die eine permanent offenen Seite haben, um am Elternbett angedockt zu bleiben. Die Hybriden, die nachts Beistellbettchen und tagsüber Stubenwagen sind, so wie unser Fabimax Pro oder der Hauptkonkurrent Babybay, werden mal so mal so angeboten. Von anderen Eltern werdet ihr auch oft nur “Babybay” hören, denn dieser Markenname hat es zur Bezeichnung für die Produktkategorie gebracht, so wie Tempo bei den Taschentüchern. (Oder wie Maxicosi bei den Autoschalen und Manduca bei den Tragegeschirren.)

Die Fakten

Produkt: Beistellbettchen-Stubenwagen-Kombi
Zeitpunkt: Erstausstattung
Marke: Fabimax
Unser Modell: “Pro”
Unser Kaufpreis (neu): 120 EUR
Material: Eschenholz, geölt
Lieferumfang: Bettchen, Matratze, Pippi-Auflage, Nestchen
Bezeichnungen für Online-Suche: Beistellbettchen, Stubenwagen, Babybettchen

Erfahrungsbericht

Die Idee der 2-in-1 Variante ist, dass man nicht zwei Möbel benötigt, sondern ganz praktisch das Beistellbettchen mit wenigen Handgriffen morgens zum Stubenwagen umfunktioniert und es abends wieder zurückverwandelt. Da wir im Krankenhaus eines der Marke Babybay gestellt bekommen hatten, haben wir in Sachen Handling den direkten Vergleich. Leider kommt unser Fabimax dabei nicht so gut weg. Das Babybay hat nämlich ein supersimples Umbauprinzip, das die Verwandlung in sekundenschnelle ermöglicht. Man muss nur daran denken, das Baby kurz raus zu nehmen, aber ansonsten ist es idiotensicher. Fabimax bescheinigen auf ihrer Website dem Modell “Pro”: “unkomplizierter Umbau von Beistellbett zu Stubenbett ohne Werkzeug”. Letzteres stimmt, aber unkompliziert ist es wirklich nicht:

Die Umbauschritte vom Stubenwagen zum Beistellbettchen

Wenn man es 20 Mal gemacht hat und irgendwann die perfekte Routine entwickelt hat, dann geht es sicher auch Ruckzuck. Der Punkt ist aber: Mit einem kleinen Brüllkäfer im Haushalt ist der gesamte Alltag schon um den Faktor 200 aufwendiger und anstrengender geworden. Es gibt andauernd etwas zu tun, man hat das Gefühl, nie fertig zu sein und erwartet von Baby-Equipment hauptsächlich eines: Dass es keinen Handgriff mehr als nötig von einem verlangt. Jeden Tag morgens und abends zehn Handgriffe für den Umbau sind daher für meinen Geschmack acht zu viel.

Ein weiterer, wenn auch kleinerer, Kritikpunkt sind die unbefestigten Räder. Die werden nur lose in die Beine eingesteckt und fallen raus, wenn man das Bettchen etwas zu weit anhebt – zum Beispiel, um es über Übergangsprofile (das sind diese gewölbten Bodenleisten, die oft Übergangskanten von Bodenbelägen verdecken) hinweg zu bugsieren.

Positiv ist auf jeden Fall die Verarbeitungsqualität, die schöne, natürliche Anmutung des Holzes, die scheinbar bequeme Matratze (es hat den Anschein, dass Mini darauf bequem schläft, man kann sie ja schlecht fragen), die auch nach acht Monaten nicht durchgelegen war. Sämtliche Holz- und Stoffkomponenten rochen auch angenehm neutral, so dass man nicht, wie bei neuer Kleidung, erst einmal das Bedürfnis hatte, Giftstoffe raus zu waschen, bevor man das Kind zum ersten Mal hineinlegt.

Die Kurzbewertung

(Schulnoten 1–6)

Handling: 3
Wertigkeit / subjektive Qualität*: 1,5
Sicherheitsgefühl*: 1,5
Vermutete Haltbarkeit*: 1
Empfehlungsfaktor: 2,5

*Meine Aussagen zur Sicherheit, Qualität, Haltbarkeit etc. haben keinerlei faktische Aussagekraft. Sie spiegeln nur meinen subjektiven Eindruck wieder.

Das Fazit

Bei uns hat das Bettchen trotz seines Defizits im Handling sehr gute Dienste geleistet. Da die Sache mit dem Stillen bei uns sowieso nicht funktioniert hat, kam es nicht darauf an, dass Mini nachts schnell im Halbschlaf “andocken” kann. Wir haben es einfach die ganze Zeit im Stubenwagen-Modus belassen und so neben unser Bett gestellt. Zum Fläschchen geben musste man ja sowieso aufstehen. Andernfalls hätten wir uns sicher nach einem Ersatz umgesehen.

1 Kommentar

  1. Bei der Anschaffung würde ich inzwischen zum einfachen Grundsatz raten: Wer stillt benutzt Beistellbettchen ohnehin nur selten und tut sich damit – zumindest Nachts – keinen Gefallen.

    Haben hier auch ein gebrauchtes Babybay. Die Kleine hat noch keine einzige Nacht darin geschlafen. Das teure Ding dient einzig als Radarfallschutz 😑

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