Babyphones gibt es ja wirklich in allen Preislagen, vom Preis einer CD bis weit ins Dreistellige. Die haben dann Video-Überwachung und allen Schnickschnack, wovon wir überhaupt keine Fans sind. Mum und ich sind uns zum Glück darin einig, dass es ein eindeutiges Zuviel an Sicherheitsbedürfnis gibt, wo es in einen Wahn ausartet (ich sag’ nur Angelcare Matratzensensor … hört mir auf). Deshalb galt für unsere Babyphone-Suche, dass es nur wenige, wichtige Funktionen braucht und den Basis-Job zuverlässig erledigen muss.

Unsere Kriterien für die Babyphone-Auswahl waren:

  • Eine Möglichst große Reichweite, damit es nicht nur in unserer Wohnung, sondern auch quer übers Grundstück der Großeltern zuverlässig funkt.
  • Beide Teile müssen Batteriebetrieb zulassen, damit man es ganz flexibel einsetzen kann
  • Warnen bei niedrigem Batteriestand
  • Optische Geräuschanzeige, wenn man es mal in ganz leiser oder in sehr lauter Umgebung verwenden will.

Der Auswahlprozess war, wie ihr euch vorstellen könnt, schwierig, denn die Anzahl der Produkte riesig, ebenso wie die der Kundenbewertungen. Sehr geholfen hat mir neben Kundenbewertungen die Testeite babyphone-test.de. Auch Stiftung Warentest und chip.de sind lohnenswerte Rechercheseiten, erstere halt kostenpflichtig. Bei den billigen Produkten bin ich immer skeptisch, denn die Binsenweisheit “Wer billig kauft, kauft zweimal” hat schon einen wahren Kern, auch wenn es immer Ausnahmen der Regel gibt. Meist hatten die ganz günstigen sowieso nur sehr rudimentäre Ausstattung, was uns eher in den mittleren Preisbereich zwischen 40 und 70 EUR lotste. Unsere Wahl des NUK “Eco Control” war schließlich das Ergebnis aus positiven Testberichten, Nutzerbewertungen und einem akzenptablen Preis.

Die Fakten

Produkt: Babyphone
Zeitpunkt: Erstausstattung
Marke: NUK
Unser Modell: Eco Control
Unser Kaufpreis (neu): ca. 50 EUR
Funktionen: Lautstärkeregelung, Mikrofonempfindlichkeits-Regelung, optischer Geräusch-Alarm, Batterie- und Netzbetrieb, Batterie-Warnung, Gegensprechfunktion, Warnung bei Verlust der Funkverbindung, Suchtontaste zum leichteren Finden des Empfängergeräts
Reichweite lt. Hersteller: bis 50 m drinnen, bis 300 m draußen (sehr mit Vorsicht zu genießen)
Lieferumfang: Sendestation + Netzkabel, Empfängerteil + Netzkabel
Batteriebedarf: 2 x AAA für den Empfänger und 3 x AA für den Sender. (Beide Teile haben auch Netzanschluss.)

Erfahrungsbericht

Gleich die erste Inbetriebnahme hat bestätigt, was wir erwartet hatten: Die Bedienung funktioniert wirklich extrem simpel, die Mikrofonsensibilität ist sensationell, der Klang sehr gut. Sehr angenehm fiel auf, dass das Teil keinen chemischen Plastikgeruch verströmt.

Für die Bedienung reichen vier Tasten, die aus angenehm griffigen Gummi sind, einen halbwegs klaren Druckpunkt haben und haltbar wirken. Ein einmaliger Blick in die Bedienungsanleitung hat genügt, um Herrscher über die Funktionen zu sein. Einmal eingeschaltet kann man das Sendegerät im Kinderzimmer vergessen, denn es hat zwar alle Tasten, aber der Betrieb kann komplett über das Empfangsteil gesteuert werden. So auch die Mikrofonsensibilität. Die verläuft in mehreren Abstufungen, von denen die höchste bedeutet, dass das Gerät permanent überträgt, also die ganze Zeit rauscht. Ab der zweithöchsten Stufe springt das Empfangsgerät nur dann an, wenn im Kinderzimmer ein Geräusch aufgenommen wird. Das geht recht zackig, etwa eine Sekunde Latenz würde ich sagen. Mit abnehmender Empfindlichkeitsstufe wird dann mehr und mehr Geräusch nötig, um den Sender auszulösen. Mir würde ja die Dritthöchste reichen, aber Mum besteht auf die zweithöchste. Die löst den Sender sogar dann aus, wenn von draußen Kinderstimmen zu hören sind.

NUK Babaphone

Netzanschlüsse an beiden Geräten. Je Gerät eine Spezialtaste: Am Sendergerät die Lupentaste für den Suchton, falls das Empfängergerät vermisst wird. An der Seite der Empfängereinheit: Die Talk-Taste für die Gegensprechfunktion

 

Was die Reichweite angeht, so habe ich im Zuge des Recherchierens gelesen, dass die Angaben der Hersteller meistens nicht der Realität entsprechen. Also nehmt es nicht für bare Münze, wenn die technischen Daten 50 m Reichweite im Gebäude versprechen. Allerdings haben wir unseres schon bei den Großeltern im Garten getestet, während Mini im Haus schlief, was etwa 20 Meter Luftlinie sein dürften, und es hat einwandfrei funktioniert. Ebenso in einem kleinen Hotel, wo es zwischen Zimmer im ersten Stock und Bar im Erdgeschoss einwandfrei funktionierte, und auch in unserer Wohnung, wo das Signal vom Kinderzimmer bis zum Balkon durch mehrere Wände muss. Meistens zumindest funktioniert es tadellos.

Einen ersten kleinen Minuspunkt vergebe ich dafür, dass ab und zu die Signalverbindung flöten geht. Einfach so, ohne erkennbaren Grund. Das signalisiert das Empfangsgerät mit Piepen und Blinken. Manchmal fängt es sich gleich von alleine wieder, manchmal muss man es aus und wieder einschalten. Käme das öfter vor, würde ich hier eine dicke Nichtempfehlung aussprechen, aber es passiert so selten, dass man damit leben kann. Vielleicht ist das auch in gewissem Umfang normal. Ich habe leider keine Vergleichsmöglichkeit.

Einen weiteren kleinen Minuspunkt kriegt das Gerät für seine ungenaue Batteriewarnung. Die setzt immer schon enorm früh ein. Das Gerät hält mit Warnlampe noch locker zwei volle Nächte durch. Aber plötzlich ist es dann halt aus. Man kann damit leben, aber präziser wäre schöner. Die Batteriewarnung erfolgt auch optisch und akustisch, die akustische lässt sich mit einem Tastendruck abschalten. Pluspunkt.

Qualitätsaussagen sind ja immer kritisch, denn schließlich ist das hier kein repräsentativer Test, aber ich will es mal so formulieren: So oft, wie beide Komponenten schon fallen gelassen, geworfen oder als Schlagwerkzeug benutzt wurden, muss ich der Elektronik und dem Gehäuse eine gewisse Robustheit bescheinigen. Das Baby ist wirklich der härteste Tester.

Die Kurzbewertung*

(Schulnoten 1–6)

Bedien-Komfort: 1
Zuverlässigkeit: 1,5
Tonqualität: 1
Reichweite: 1
Handling im Alltag: 1
Wertigkeit / subjektive Qualität: 1
Empfehlungsfaktor: 1,5

*Meine Aussagen zur Sicherheit, Qualität, Haltbarkeit etc. haben keinerlei faktische Aussagekraft. Sie spiegeln nur meinen subjektiven Eindruck wieder.

Fazit

Wir hassen das Ding! Weil es seinen Job gut macht und uns dadurch fast jede Nacht aus dem Schlaf reißt. Aber davon abgesehen finden wir es mit minimalen Abstrichen rundum toll. Die 1,5 bei der Zuverlässigkeit ist dem gelegentlichen Signalausfall und der unpräzisen Batteriewarnung geschuldet. Wir würden es trotzdem jederzeit wieder kaufen, denn im Alltag tut es 99% der Zeit exakt das, was es soll. Es macht seinen Job unauffällig und zuverlässig. Wie ein Babysitter.

Habt ihr noch irgendwelche Fragen? Oder eigene Erfahrungen mit diesem Teil oder Babyphones allgemein? Dann ab in die Kommentare damit!