Schlagwort: Reise

Unsere erste Flugreise mit Baby: Mini goes Ireland

Mein letztes Reisethema hier im Blog war unsere Hochzeitsreise nach Kanada. Damals zwar schon mit Kinderwunsch, aber noch ohne Kind und mit nur meiner Verpeiltheit als Handicap im Gepäck. Mittlerweile haben wir unsere erste Reise mit Kind hinter uns und dabei vollkommen neue Herausforderungen gemeistert. Ich wurde nach unserem zehntägigen Stadt-und-Land-Trip nach Irland von einigen Leuten ganz pauschal fragt, wie das so war, das Reisen mit Baby – 11 Monate alt war sie zu dem Zeitpunkt übrigens. Eine legitime Frage, aber eine nicht ganz pauschal zu beantwortende. Ich will es mal so vergleichen: Es ist ein bisschen, wie plötzlich mit Schaufel und Rechen zu essen, nachdem man ein Leben lang an Messer und Gabel gewöhnt war. Wir haben zwar die Art von Urlaub gemacht, wie wir es schon immer mochten, und es war ein total schöner, der uns viel Spaß gemacht hat. Doch war er auch ungleich umständlicher, anstrengender und teurer als sonst. Immerhin hatte die Reisegruppe Hamburg plötzlich eine Mitreisende, die nicht laufen kann, aber trotzdem Bewegungsdrang hat, höchst regelmäßig gefüttert werden will (und zwar nicht mit Pub-Food), die ebenso regelmäßig ein Schläfchen braucht, ständig ins Windelchen macht und eine Menge zusätzliches Gepäck verursacht. Die Airline hat uns den Gefallen getan, uns gleich auf der Hinreise um einen Teil unseres schweren Zusatzgepäcks zu erleichtern. Vielleicht war es auch die Schuld des Hamburger Flughafens, dass von unserem Kinderwagen nur der Sitz in Dublin ankam. Das Chassis ist bis heute verschollen. Doch dieser Geschichte werde ich beizeiten einen eigenen Artikel widmen, wenn sie dann mal abgeschlossen ist. (Das Schadensersatzverfahren läuft noch.)

Hier und heute geht es um die Reise selbst. Es gibt bereits nach dieser ersten Reise im Familienverband eine Menge Erfahrungswerte und Tipps, die ich an frischgebackene, reisewütige Eltern weitergeben kann. Es geht aber nicht nur ums Kind (sorry, Kind), es geht auch um Irland, genauer gesagt Dublin und den Wicklow National Park. Und um Guinness. Aber der Reihe nach.

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Ein Zeitungsartikel über Elterngeld, ein fassungsloser Dad und seine ausführliche Antwort darauf

Am 15. März erschien in der Süddeutschen Zeitung ein Meinungsartikel zum Thema Elternzeit und Elterngeld mit der Überschrift: Elterngeld ist kein staatlich gesponsertes Urlaubsgeld. Ihre These fasst die Autorin Kerstin Lottritz in der Einleitung zusammen:

“Viele junge Familien nutzen das Geld, um wochenlang zu reisen. Aber Urlaub auf Staatskosten ist unverschämt – und eine vertane Chance obendrein.”

Drei steile Behauptungen in zwei kurzen Sätzen und ein Dad-Blogger, der beim Lesen an dieser Stelle schon erhöhten Puls hatte. Also habe ich weitergelesen, denn auch wenn eine Überschrift erstmal nach hanebüchenem Blödsinn klingt, kann ja der Artikel immernoch gut sein. Eventuell kommen Argumente, an die man selbst nicht dachte, so dass die vermeintlich doofe These plötzlich überraschend logisch wirkt. Leider kam es nicht so. Je länger ich gelesen habe, desto fassungsloser wurde ich darüber, wie eine intelligente Frau, die selbst verheiratete Mutter ist – also genau weiß, wovon sie spricht – dermaßen falsche Behauptungen aufstellen kann.

Falls das jetzt etwas sehr drastisch klingt, sorry dafür. Ich meine es nicht böse, aber ich lass’ das jetz so. Denn ich meine es so. Ich will gar nicht so tun, als hätte ich die Wahrheit für mich gepachtet. Auch auch meine Sichtweise ist infrage zu stellen. Aber ich habe beschlossen, eine kurze Antwort zu verfassen.

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Driving home for Christmas oder: Vor’m Christkind kommt der Endgegner

Ich weiß jetzt, was es bedeutet, mit Kind und Kegel – genauer gesagt Kind und Frau, keine Ahnung, warum man Kegel sagt – in die Weihnachtsferien zu fahren. Unser heutiger Vormittag hätte auch das Filmskript für eine kitschige amerikanische Weihnachtskomödie sein können. So in Richtung Chevy Chase packt den Riesenkombi voll, natürlich unter Mitnahme aller denkbaren Widrigkeiten. Wir waren so ein Klischee während den arbeitsreichen Stunden zwischen 5 Uhr morgens und 13 Uhr, dass es schon wieder witzig war. Bevor jetzt ein falsches Bild entsteht: Wir haben natürlich nicht acht Stunden zum Beladen des Autos gebraucht. Das Konzept war ganz einfach: den Vormittag des 23.12., meinem ersten Urlaubstag, wollten wir ganz entspannt für sämtliche Reisevorbereitungen nutzen und einfach irgendwann um Mittag herum losfahren, wenn wir eben fertig sind. Vom Prinzip her hat das auch genau so geklappt, Mum und ich hätten nur nicht gedacht, dass es so anstrengend werden würde. Und Mini dachte wohl nicht, dass sie dabei so wenig hilfreich sein würde. Sie hat sich nämlich wirklich Mühe gegeben, durch penetrante Schrei- und Zetergeräusche, von ihrem Aussichtspunkt aus die Abläufe zu beschleunigen. Woher soll sie auch wissen, dass sie sich dabei auf der falschen Seite der feinen Linie zwischen helfen und nerven befand.

Weihnachtsferien heißt in diesem Fall, für gerade mal vier Tage zu den Schwiegereltern ins Nachbarland Meck-Pomm an die Ostsee zu fahren. Das ergibt zwar ein paar Kilo weniger Gepäck zum Schleppen, als bei einer richtigen Ferienreise, aber der Vorbereitungs- und Packaufwand ist der Gleiche. Der Optimist in mir schätzte die voraussichtliche Abfahrtszeit auf 11 Uhr, schlechtestenfalls 12 Uhr. Er erwartete einen easygoing Vormittag mit einem bisschen Kind anziehen hier, einem bisschen packen da, ein paar Gängen in die Tiefgarage und einem entspanntes Frühstück irgendwo dazwischen. Schließlich würden wir riesig viel Zeit haben, da der Tag lange vor Sonnenaufgang beginnen würde, wenn der Hahn – beziehungsweise das Küken – zum Morgenappell kräht.
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Hochzeitsreise, dritter Teil – Roadtripping und Waldlaufing

Frauchen und ich standen mit einem Bündel anderer deutscher Touristen auf dem Hof des Wohnmobilvermieters. Wir hatten hier bereits den halben Tag verbracht. Nach langem Warten kam die langwierige Einweisung in die Bedienung des „RV“ (Recreational Vehicle), unterbrochen von überflüssigen Fragen und noch viel überflüssigeren Witzen der unangenehm aufgedrehten Sportsocken-in-Sandalen-Cowboys und ihren Frauen. Wir machten drei Kreuze, als wir nach Stunden endlich die Schlüssel in der Hand hielten und Starterlaubnis hatten. Was hatte ich mich auf diesen Augenblick unserer Hochzeitsreise gefreut. Als großer Fan großer amerikanischer Autos liebe ich das blubbernde Grollen eines überdimensionierten V8-Motors fast so sehr wie die Stimme meiner Frau. (Fast, sagte ich!) Und weil wir in Kanada sind, steht auf unserem Gefährt nicht „Hymer“, sondern „Adventurer“ und es verfügt nicht über vernünftige 4 Zylinder, die sich mit effizienten 2000 ccm abmühen – nein. Beim sanften Druck aufs Gas räuspern sich 8 Pötte aus den Tiefen ihrer 5,4 Liter Hubraum. Ich könnte glatt Pipi in den Augen kriegen, doch wir manövrieren mal lieber schnell vom Hof, bevor noch jemandem was einfällt. Gänsehaut ist aber drin.

Unser Hochzeitsreise-Mobil (Ford E-350)

Unser Hochzeitsreisemobil (Ford E-350) – Dad likes!

Wir rüsteten uns noch schnell mit Lebensmitteln für die ersten paarhundert Kilometer. Nur das mit dem Alkoholvorrat müssen wir nochmal neu angehen. Noch nichtmal ein Feierabendbier findet sich im Supermarkt, sowas verkaufen ausschließlich Liquor Stores. Na erstmal muss es überhaupt Feierabend werden. Also wieder Blubbermotor an und rauf auf den Trans Canada Highway. Der führt tausende Kilometer von der West- bis an die Ostküste und wir nehmen jetzt die Auffahrt in Richtung bestem Roadtrip aller Zeiten. Ohne feste Reiseroute und schon gar nicht mit festem Zeitplan. Wir wissen nur, wir haben 1700 km inklusive, 11 Tage Zeit und wir wollen definitiv den Banff National Park sehen.
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Hochzeitsreise, erster Teil – lass das mal den Papa machen

Flieger nach Vancouver

Unsere Hochzeitsreise begann mit einer typischen Dad-Aktion. Nach ca. 18 Stunden Reise, davon die letzten neun oder sogar mehr nonstop im Flugzeug, saßen wir im Taxi, das uns zu unserem B&B bringen sollte. Dort wartete der heißersehnte, blubbernde Außen-Whirlpool und ein weiches Bett so groß wie ein Fußballfeld. Nur stand zwischen uns und dem Paradies noch ein Problem: Ich. Ich hab das Buchen übernommen, alle Unterlagen zusammengestellt – und was übersehen. Ich hatte zwar einen Ausdruck dabei, der etwas mit der Buchung zu tun hatte, auf dem aber leider die Adresse nicht stand. Das fiel mir in dem Moment auf, als der Fahrer danach fragte. Aus dem Kopf ließ sich das auch nicht hervorkramen. Irgendwas mit Broadway… hilft nur nicht, in einer Riesenstadt wie Vancouver. Mal eben Googlen geht auch nicht ohne Daten-Roaming.

Der Fahrer war ein älterer, netter, entspannter Typ – zum Glück war es nicht zu erraten, was er wirklich von mir dachte. Er war mittlerweile rechts rangefahren, um bei seiner Zentrale nach Rat zu fragen, denn wie das B&B hieß stand immerhin auf dem Zettel. Leider schien die Zentrale nicht weiter zu kommen mit der Recherche, denn es kam die Rückfrage. „Sicher, dass das in Vancouver ist?“. Mum saß mit einer Mischung aus Fassungslosigkeit und müder Resignation daneben und fragte sich, was manchmal nicht stimmt mit mir. Das musste ich nicht erraten, das sagte mir der Halbsatz „Also manchmal… echt…“ recht deutlich. Weiterlesen

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