Schlagwort: Entwicklung (Seite 1 von 2)

Zwei Jahre Ausnahmezustand

Den Artikel zu Minis erstem Geburtstag hatte ich letztes Jahr gerade noch last Minute hinbekommen. Dieses Jahr nicht, denn dieses Jahr waren der Geburtstag und die Tage drumherum  gesundheitlicher Ausnahmezustand. Normalerweise muss man sich ja NACH der Party auskurieren, aber wir waren halt schon VOR dem Feiern schon krank.

Was man so Geburtstag nennt

Meinerselbst wurde von einer absolut apokalyptischen Halsentzündung geplagt, während Mini fieberte, schnupfte und Ohrenweh hatte. Reingefeiert haben wir trotzdem, in der Form, dass um Mitternacht herum alle mehr oder weniger wach waren, weil Mini bei uns im Bett unruhig schlief, ständig aufwachte und sich mit „Aua-aua“ ans linke Ohr fasste. Ihren zweiten Geburtstag, begann sie denn auch im Kinderkankenhaus in der Notdienst-Sprechstunde (es war ein Samstag). Die Diagnose war eindeutig: wie vermutet, eine Mittelohrentzündung. Und die hatte bereits das Trommelfell durchbrochen. Dafür war das „Aua!“ aber sehr verhalten. Immerhin ist das wohl recht normal und sogar positiv bei Mittelohrentzündung, weil der Druck dadurch verschwindet, und damit auch der Schmerz. Das Trommelfell verheilt innerhalb weniger Tage wieder ohne bleibende Schäden.

Minis Geburtsmonat scheint nicht gerade ihr Gesundheitsmonat zu sein. Letztes Jahr war richtig Ausnahmezustand, als eine Lungenentzündung ihren Geburtstag nur knapp verfehlt hatte. Wir bessern uns also von Jahr zu Jahr – vielleicht wird es im Nächsten nur ein kleiner Schnupfen?
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„Gehts auch mal ohne Drama?“

Sprach Mum kürzlich in der Küche, während sie die laut aufheulende Mini vom Boden auflas und auf den Arm nahm. Was der Anlass für den Heulausbruch war, weiß ich schon gar nicht mehr – es gibt so viele Anlässe. Ich weiß nur noch, dass es mal wieder nicht nach little Miss‘ Kopf ging.

Vorsicht Spoiler! Die Antwort auf Mum’s Frage lautet: Nein. Es war eine rein Rethorische und ich wusste sofort, dass dies die Überschrift meines nächsten Blogartikels werden würde. Es geht um die Trotzphase und die damit einhergehenden spontanen Wutattacken, die unseren kleinen Brüllwürfel derzeit häufig heimsuchen. Die Trotzphase birgt zwar eine Menge Überraschungen, doch auf eines kann man sich verlassen: Geschrien wird immer. Wenn man es nicht selbst erlebt hat, glaubt man nicht, welch triviale Handlungen – oder Unterlassungen – eruptionsartige Wutausbrüche auslösen können. Man hat keine Chance, es zu vermeiden.

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Das Pippi-Desaster

Mini_LabelHallooo! Ihr werdet es nicht glauben, was Mama neulich gebracht hat. So fies war sie noch nie zu mir!

Ich habe vor Kurzem ein tolles, pinkes Töpfchen bekommen. Ich muss das wohl mal erwähnt haben, dass ich mich da in der KiTa gerne draufsetze, und schwubbs, schon hab ich zuhause ein Eigenes stehen. Wenn das mal immer so klappen würde mit Sachen, die ich fordere! Egal, Mama hat sich seitdem immer gefreut, wenn ich „Pippi“ gesagt habe. Dann hat sie mich aufs Töpfchen gesetzt und mich erwartungsvoll angeguckt. ABER WER KANN DEN BITTE WENN EINER GUCKT!? Mir macht das aber Spaß, da drauf zu sitzen, besonders, wenn man Lesestoff gereicht bekommt. Astreine Toilettenkultur.

Töpfchen und KinderbuchLetztens, während die beiden Großen noch zu Abend gegessen haben, habe ich wieder Pippi angemeldet. Mein Töpfchen samt Lesestoff wurde herbeigeschafft und im Esszimmer aufgestellt. Da saß ich dann und konnte es entspannt laufen lassen, während die Eltern sich unterhalten haben. Mama meinte dann irgendwann: „Na sollen wir mal schauen, ob da was drin ist?“. Und dann ist sie ausgetickt. Sie hat gequietscht und in die Hände geklatscht und mich gelobt. Papa hat auch gelobt. Was hab ich mich gefreut! Wusste gar nicht, dass Pippi so was Tolles ist! Dann haben beide ganz doll gelacht, als ich meinem Pippi zugewunken und „Hallo“ gerufen habe.

Aber jetzt setzt euch hin. Mama trägt links mich und rechts das Töpfchen, geht mit uns ins Badezimmer und… SCHÜTTET DAS TOLLE PIPPI INS KLO! Und wäscht dann das Töpfchen aus, so dass gar kein Pippi mehr da ist! Da bin ICH dann ausgetickt. Ich hab ganz doll weinen müssen und hab immer wieder nach meinem Pippi gerufen – aber das war weg. So ein Jammer. Beide lachen da auch noch über meinen Schmerz!

Wie fies, oder? Warum hat sie das gemacht? Jedenfalls zeig ich denen jetzt, was Enttäuschung ist, und habe seitdem nicht mehr ins Töpfchen gemacht. Dafür warte ich nur auf die nächstbeste Gelegenheit, um mal wieder auf den Teppich zu pinkeln.

Eineinhalb Jahre Mini – Ziegen, Zahlen, Zweiwortsätze

Viele Eltern geben ja das Alter ihres Kindes noch in Monaten an, bis kurz bevor es Abitur macht. Aber das ist für meinen Geschmack schon jetzt, wo Mini etwa 19 Monate als ist, präziser als nötig und außerdem mit zu viel Rechnerei verbunden. Ich war beim Kopfrechenwettbewerb im Mathe-Unterricht stets chancenlos. Eigentlich nicht nur beim Kopfrechnen, bei Mathe war ich generell chancenlos. Wofür ich bis heute der Mathematik die Schuld gebe – weil sie doof ist. Mir fallen mindestens 80 Dutzend Schimpfwörter für Mathe ein, einige davon in drei bis vier Sprachen. Mathe ist eine Schlampe, bitch, saloppe, puta, curva. Das waren sogar fünf. Und das habe ich jetzt nicht vorher schnell gegoogelt. Das ist der Ausgleich zum verkrüppelten Rechenzentrum und den Konzentrationsproblemen, den mir die Natur als Versöhnungsangebot mitgegeben hat: Ich bin so (gekreuzte Finger) mit Sprachen.

Kind spricht

Inwiefern ist das jetzt relevant für meine Leser, readers, lecteurs? Na, ich bin der Dad von Mini, und könnte der kleinen Flitzpiepe alles mögliche vererbt haben. (Hauptsache, nicht meine Haarlinie.) Mit ihren zarten eineinhalb Jahren (okay, 19 Monate wäre kürzer) ist sie so emsig dabei, jeden Tag ein neues Wort aufzuschnappen und sich Neues zu merken, zu malen (kritzeln) und spielen, dass man sich als Eltern schon das Eine oder andere Mal fragt, wo wohl Ihre Talente und / oder Interessen liegen (werden). Sprachbehindert ist sie schonmal nicht. Angefangen mit den ersten konkreten Worten hat sie in etwa mit eineinviertel, was laut meiner Mutter auch mein Plapperalter war. Weiterlesen

Der Tisch-Knigge nach Mini

„Die korrekte Einhaltung der Tischmanieren gelingt am besten dann, wenn man dabei berücksichtigt, dass gute Tischmanieren nicht ein Mittel der Selbstdarstellung sind, sondern den gemeinsamen Verzehr von Speisen für alle Beteiligten zu einem Vergnügen machen sollen, das nicht durch störende Geräusche oder unschöne Anblicke beeinträchtigt werden darf.“
Textauszug von knigge.de

Mahlzeit! Um eines vorab klar zu stellen: Es ist nicht so, dass ich von Mini bei Tisch die Einhaltung der Knigge-Regeln erwarte. Ich mag manchmal seltsam sein, aber blöd bin ich nicht. Es ist nur so, dass Mini es beachtlicherweise schafft, so ziemlich jede einzelne Regel, ja jeden Nebensatz der Knigge Tischmanieren, ins exakte Gegenteil zu verkehren oder aber ganz kreativ umzuinterpretieren. Für einen frechen Gnom von knapp 16 Monaten ist ihr Essverhalten vermutlich vollkommen normal. Doch was in der Welt der Gnome normal ist, kann einem Erwachsenen, der Tag für Tag diese Schimpansenfütterung leiten muss, irgendwann den Glauben an die Gerechtigkeit austreiben.

Schon seit Langem gewöhnen wir Mini ans „normale“ Essen zur langsamen Entwöhnung von Baby-Breis und Müslis. Prinzipiell klappt das auch insoweit, als sie so ziemlich alles isst, was die Vorratskammer hergibt. Nur isst sie manches, was sie gestern noch mochte, heute nicht mehr und es ist schwer zu sagen, was morgen von der heutigen Liste der Lieblingsspeisen gestrichen werden wird. Dazu kommt, dass die Aufnahme nicht-breiförmiger Nahrung so langsam vonstatten geht – weil von so viel Spieltrieb sabotiert – dass es kaum möglich ist, ohne die Breis und Müslis als „Füller“ auszukommen. Sie hört eher auf zu essen, wenn sie keine Lust mehr hat, als wenn sie satt ist.

Je nach Laune und Appetit des Miniaffen kann es vorkommen, dass kaum Essen die Speiseröhre passiert, sondern dass alle Nahrungsmasse, die vor dem Ausspucken einmal kurz Berührung mit der Zunge hatte, sich als Sieger fühlen darf. Sieger einer ganz anderen Kategorie sind jene Nahrungsbrocken, die am weitesten fliegen. Je nach Tagesform von Mutter- und/oder Vatertier kommt es vor, dass diese es wider besseres Wissen persönlich nehmen, an ihrer Methodik zweifeln („Haben wir ihr zu lange zu viel durchgehen lassen?“) oder dem Nachwuchs gar Bösartigkeit unterstellen („So. Bitte. Hasts geschafft. Essen dann beendet, leck mich doch am Arsch.“) und dann geknickt und frustriert sind. (Das Schlimme: Kraftausdrücke muss man mittlerweile wirklich bleiben lassen, denn Mini plappert seit Kurzem immer wieder ganz überraschend einzelne Wörter ohne Einüben nach.)

„In Deutschland befinden sich üblicherweise alle Zutaten zu einem Gang – Fleisch, Kartoffeln, Gemüse, Sauce etc. auf einem Teller. Dies bedeutet aber nicht, dass diese – insbesondere Kartoffeln und die Sauce – zu einer amorphen Masse verarbeitet werden dürfen.“
Textauszug von knigge.de

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Sie nennen es Schub, ich nenne es das Love-Hate-Update

Habe ich schonmal über Entwicklungsschübe geschrieben? Auf jeden Fall schon hier und da im Kontext, aber einen ganzen Artikel habe ich noch keinem von Mini’s Schüben gewidmet. Das hat den Grund, dass noch kein Schub bislang so spektakulär und so stark war, wie ihr derzeitiger. Ich möchte soweit gehen und sagen, wir haben seit zwei Wochen ein anderes Kind. Oder zumindest hat unser Kind ein ziemlich krasses Softwareupdate bekommen.

Da die Verhaltensänderung unmittelbar nach dem Krankenhausaufenthalt begann dachten wir zuerst, dass diese Woche im Krankenhaus mit all den verstörenden Erlebnissen sie mental aus der Bahn geworfen hätte. Und dass sie sich noch von der Krankheit selbst geschwächt und durch den Wind fühlt.

Zuckerbrot und Peitsche

Was nämlich plötzlich ihr Verhalten dominierte – und es immernoch tut – sind schnelle Stimmungsschwankungen und vor allem enorme Ausschläge des Stimmungsbarometers in beide Richtungen, wie wir sie noch überhaupt nicht kannten von ihr. Konkret ist das eine extreme Anhänglichkeit in unser beider Richtung. Sie will andauernd am liebsten auf dem Arm oder dem Schoß sein, sie hat plötzlich begonnen, sich richtig an uns zu kuscheln und aktiv Kuscheleinheiten und Geschmuse einzufordern. Sie klammert sich an unsere Hosenbeine, schmiegt sich an uns und reagiert ganz emfpindlich auf absetzen oder alleine gelassen werden. Wir interpretierten diese neuen Anwandlungen zuerst als Resultat aus der intensiven Zuwendung, die sie 24/7 im Krankenhaus von uns beiden bekommen hatte.

Zum anderen fängt sie wiederum wegen Nichtigkeiten – und manchmal auch ganz ohne erkennbaren Grund – an, loszuheulen. Mal herzzerreißend leidend und mal als ausgewachsenen Wut- und Trotzanfall. Das kann ausgelöst werden durch Nichtbeachten ihrer Majestät, durch das Verbieten von etwas oder wenn sie etwas weggenommen bekommt, durch hochnehmen, obwohl sie sitzen bleiben wollte, und so weiter. Es kommt auch vor, dass sie auf dem Boden hockt, brüllt und mit dem Kopf auf den Boden hämmert. Kein Witz. Da ist der hässlliche Teppich endlich mal von echtem Nutzen. Sonst dienst er nur als Saugschicht für Sabber, Pippi und Essen.

Der Fachmann sagt, das muss so

Wie gesagt, wir kannten Mini so überhaupt nicht. Weder die Kuschelseiten noch die Trotzigkeit in diesem Ausmaß. Wir haben uns tatsächlich ein bisschen Sorgen um ihre Psyche gemacht, bis wir dann auf die Idee gekommen sind, mal das „Hilfe, ich wachse“ Buch aus dem Regal zu holen, das die Entwicklung des Babys im ersten Jahr, nach Lebenswochen gegliedert, beschreibt. Und sieheda. Was da als typisch für den Schub um die 53. Lebenswoche herum aufgezählt wurde, klang wie ein Tagebucheintrag über die letzte Woche in unserem Zuhause. Anscheinend beginnt das Kind in dieser Phase – zu Beginn des zweiten Lebensjahres – sich an Abläufe als Ganzes zu erinnern und Handlungen als Beginn oder Teil eines Ablaufs zu erkennen. Als Beispiel: Wenn ich mit ihr ins Bad gehe und ihre Zahnbürste nehme, dann ist das – laut Buch – kein isoliertes Ereignis mehr, sondern dann weiß sie schon gleich, was als nächstes alles passieren wird: Zahnpasta drauf, dann schrubbelt Papa kurz an den Zähnchen rum, dann kriegt sie die Bürste in die Hand, darf damit Unsinn machen und dann wird der Mund mit dem Handtuch abgewischt.

Allgemein macht das Gehirn des Kindes wohl in nächster Zeit einen enormen Entwicklungsschub durch und wird in in diesem Zuge auch stark an Größe zulegen.

So siehts also aus. Einerseits ist das total schön, wenn sie so kuschelig ist, da wird mir immer ganz warm ums Herz. Andererseits bezahlt man das nicht viel später wieder mit Ausschreitung. Füttern und selber essen ist auch wieder schwieriger geworden, als es mal war. Stillsitzen ist noch ein größeres Problem als es schon immer war. Wenn sie noch nicht satt ist, aber vor Hibbeligkeit das Essen verweigert, dann weiß ich manchmal nicht weiter. Gib ihr ein bisschen Fingerfood, gib ihr nen eigenen Löffel, mach ein bisschen Faxen, nimm sie mal „aus der Situation heraus“ (der Spruch ist schon ein kleiner Running-Gag bei uns daheim). Das alles kann helfen, muss aber nicht. Aber einen Trost gibt es: Es ändert sich alles sowieso bald wieder und ein kleiner Rückschritt in einem Bereich ist bei einem anstehenden Fortschritt ganz normal.

Was habt ihr so für Erfahrungen mit diversen Schüben und deren Nebenwirkungen gemacht?

 

PS: Die Fachwelt sagt übrigens: Sich-selbst-schlagen oder Kopf-auf-den-Boden-schlagen sind Forderungen nach Beachtung. Diese nicht mit Schimpfen oder Hochnehmen honorieren, sondern versuchen, das Kind mit irgendetwas abzulenken.

Mit Mini allein zuhaus: Mum’s Fazit nach 10 Monaten

Mum_LabelGar nicht mehr lange, und Mini macht das erste Jahr voll. Der April war der letzte von 10 Monaten, den wir zwei ganz alleine zusammen verbracht haben. Also das heißt im Alltag, wo Dad den ganzen Tag weg von zuhause ist. Ich habe beschlossen den Monat ganz intensiv zu genießen, denn ab Anfang Mai hat Dad bereits frei, bevor Mitte Mai seine zweimonatige Elternzeit beginnt. Den Mai haben wir noch komplett gemeinsam, da wird vor allem viel gereist: Besuche bei den Großeltern und die erste Flugreise im Familienverband steht an: nach Irland!  Ab Juni dann beginnt die Eingewöhnung im Kindergarten, welche Dad übernehmen wird. Gut so, denn ich wäre da wahrscheinlich mit zu vielen Emotionen dabei. Ab Mitte Juni werde ich dann zurück in die Arbeitswelt kehren. Dem schaue dem mit einem lachenden und einem weinenden Auge entgegen. Ich freue mich darauf,  wieder mal „anders gefordert“ zu werden und auf Gespräche mit Leuten außerhalb der „Mum-Community“.

Natürlich bin ich auch ganz schön traurig, dass das Jahr so schnell vorbeigegangen ist. Mini und ich werden wohl nie wieder so eine intensive gemeinsame Zeit haben. Und soll sie tatsächlich schon in den Kindergarten? Sie ist doch noch so klein! Und werden sich die Erzieherinnen auch gut um sie kümmern? Und klappt es dort mit dem Essen und dem Schlafen? Die Sorgen einer Mutter, wenn sie plötzlich loslassen muss.

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9 Monate Dad – so langsam wird ein Kind draus!

Ich muss ja zugeben, manche Artikel meines Blogs lese ich selbst recht gerne hin und wieder durch. Weniger aus Selbstgefälligkeit als vielmehr wegen des Tagebucheffekts. Das Blog mag nicht so intim und persönlich sein wie ein Tagebuch (in diese Abgründe wollt ihr eh nicht blicken, glaubt mir), aber es ist ein bisschen wie die Textversion des Fotoalbums, das Mum seit Mini’s Geburt befüllt hat – und das jetzt voll ist. (Ja, wir sprechen hier von einem real-life Fotoalbum mit Papierbildern und Klebstoff und so.) Es ändert sich permanent so vieles in Mini’s Verhalten und Entwicklung, dass ich gar nicht mehr genau sagen könnte, wie lange sie dieses oder jenes jetzt schon tut oder was für eine Phase zum Beispiel im Dezember gerade war.

Vorwärts immer, rückwärts nimmer

Kabel

Oben: Nicht schön, aber fest. Unten: Das war mal sauber verlegt.

Zum Beispiel wusste ich gar nicht mehr, dass wir Anfang Januar schon dachten, sie lernt jetzt jeden Augenblick das selbstständige Sitzen. Sie tut es zwar immer noch nicht, wenn auch manchmal schon fast. Das bedeutet aber nicht, dass Prinzessin Randalia die Ungestüme keine motorischen Fortschritte gemacht hätte. Im Gegenteil. Diesen Spitznamen habe ich nämlich nicht erwürfelt, den verdient sie. Sie bewegt sich fort, hat Kraft entwickelt und noch mehr Willenskraft. Was Mini anpeilt sollte nicht erst bei drei auf dem Baum sein, denn zuerst hat sie sich wochenlang in einer lustigen wippenden Seehund-Bewegung mit unbändiger Energie durch die Wohnung gerobbt und seit ein paar Tagen hat das große Krabbeln begonnen. Auch an Möbeln hochziehen klappt schon erschreckend gut. Die Folge: Was auch immer in ihre Finger gelangt, ist in ernsthaften Schwierigkeiten – und da gelangt eine Menge rein. Was aus Papier ist, wird gefressen, was zerbrechlich ist, ist geliefert und was sich werfen oder vom Tisch zerren lässt, wird bald tief fallen. Was ein Gesicht ist, wird geknetet und gekratzt. Kabel können noch so sauber verstaut oder verlegt sein – sie kriegt sie und zieht und besabbert sie, bis die scheiß Dinger kapiert haben, wer hier der Boss ist.

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Like a rolling stone

Ich bin noch nicht einmal ein großer Bob Dylan Fan, aber der Songtitel passt gerade so gut. Es klingt doch viel cooler als „Mini hat sich heute zum ersten Mal gerollt“. Oder? Genau das hat sie nämlich getan. Präziser gesagt: vom Rücken auf den Bauch. Und das ganz ohne Hilfestellung. Seht selbst:

Als arbeitender Elternteil ist Mann natürlich nicht vor Ort, um es live mitzubekommen. Mit ein bisschen Pech wird es so auch beim ersten Krabbeln, dem ersten Hochziehen, den ersten Schritten, dem ersten Wort sein. Aber in solchen Fällen sind Smartphones und soziale Netzwerke echt ein Segen. Ausnahmsweise mal uneingeschränkt. Denn auch nicht die lebendigste mündliche Schilderung schlägt das schnöde Bewegtbild, wenn es darum geht, die Premiere einer ganz neue Fähigkeit des Kindes mitzuerleben. So habe ich Mini’s Quantensprung beinahe in Echtzeit im Büro mitverfolgt und hätte vorher nicht gedacht, wie stolz ich auf die kleine Pummelfee für so eine vermeintlich banale Leistung sein würde.

Jetzt bin ich gespannt, wann sie es zum ersten Mal schafft, sich auf wieder zurück auf den Rücken zu drehen. Das klappt nämlich noch nicht. Im Moment scheint sie noch zu denken, dass exzessives Meckern den Schwung für den Rückweg auslöst… sie wird’s bestimmt bald raus haben.

Schlaflos in Hamburg – heute wurde durchgemacht

Mum und ich freuen uns ja schon auf jene Nacht, in der unser Kind zum ersten Mal durchschläft. Das wird naturgemäß wohl noch ein Weilchen dauern, aber dafür war heute der Tag, an dem Mini zum ersten Mal gar nicht geschlafen hat. Nur ein Powernap von ca. zehn Minuten, aber das kann man nicht wirklich zählen. Normal war ja seit ein paar Wochen, dass sie uns mit sehr langen Wachphasen und großem Bespaßungsbedürfnis beglückt hat, wovon sie sich stets mit ein paar kurzen Nickerchen und einem längeren Nachmittagsschlaf erholte. Aber heute war ein Tag, der sich eindeutig für einen kurzen Blogartikel qualifiziert hat – denn sie hat NICHT GESCHLAFEN. (Ich musste es einfach nochmal sagen.)

Es begann damit, dass Mini nach der Morgenfütterung um halb sechs nicht topfit war, wie sonst, sondern wieder eingenickert ist und bis halb acht geschlafen hat. Dafür habe ich ab halb sechs nicht mehr geschlafen, weil ich mir die Ruhe dadurch erkaufen musste, dass ich sie neben mir habe liegen lassen. Das ist oft der Schlüssel zu ein wenig weiterdösen, denn auch wenn das Bettchen direkt daneben steht, entspannt sie sich nach der Morgenfütterung oft erst wieder, wenn sie Nähe spürt. Schön für sie. Denn mit Baby neben sich findet man nicht mehr zurück in den Schlaf. Soll man vermutlich auch nicht, das hat die Natur wohl so eingerichtet zum Schutz des Baby’s. Zumal es eh sauungemütlich ist auf der Gästecouch im Arbeits-/Wickelzimmer, wenn man nur die letzten 50 Zentimeter der Matratze vor dem Abgrund für sich beanspruchen kann. Ist aber zum Glück nicht jeden Morgen der Fall.

Auf diese Couch weiche übrigens ich nicht deshalb aus, weil ich etwa den Zorn des Weibchens erregt hätte, sondern weil das unsere Nacht-Aufteilung ist: Mum übernimmt die Fütterung in den frühen Morgenstunden und ich ziehe dann mit Mini zwischen halb fünf und halb sechs ins andere Zimmer um, wenn sie dann typischerweise wieder anfängt etwas herumzumurkeln (auch wenn es meist bis zum echten Durst noch ein Stündchen dauert). Weiterlesen

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